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4 (1903) Die Fabeln und Schwänke in den Meistergesängen
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585. Die ungetreue Stiefmutter.

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2 .

Zw hant der knab in diesem winckel nidersünck; [Bl. 161]Kein leben spuret man an im nach disem drünck,Mit clag legt man in auf die doten pare.

Das falsche weib iren stiffsün verclagen thet,

25 Wie er mit gift irem sün selb vergeben het;

Den fing man vnd fielt in fürs gericht dare.

In herczlaid stünd der Vater alt,

West, das seim jüngsten süne war vergebenVnd das auch des gerichtes gwalt30 Dem eitern sün auch nemen würt das leben.

Der sün stünd vnd sein vnschüeld Pot;

Das weib thet in vberzewgen mit wainen,

Der glaübt man, weil ir sün war dot.

Das ghricht det mit dem vrtail sich verainen,

35 Das man den jüngling mit aim radSolt richten nach dreh dagen,

Weil durch in gschehen war der schad.

In angstes pad

Sach in sein Vater, pat genad,

40 Das haübt im ab zv schlagen.

3.

Nün sas der appodecker aüch am strengen recht,Der lies gfencklich auch Prinzen diesen purgers knecht,Dem er vor het das gift zv kauffen geben, [Bl. 161']Vnd sprach: „Auf den knecht het ich haimlich ein argwon.45 Darümb ich im für gift ein dolfmj dranck geben hon,Darfon der knab schleft vnd ist noch pey leben."

Haimloff der Vater zv der Par,

Deckt die auf, det den knaben lebent sinnen,

Den Pracht er füer gerichte dar.

50 Nach dem wart man der rechten warheit innen,

Der frawen düeck vnd grose schant,

Nach ordnüng, wie al handlüng war ergangen.

Das weib vertrieb man aus dem lant,

Vnd der knecht an den galgen wart gehangen,

55 Los wart der jüngling von anclag,

Thet sich darnach peweiben.