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2 (1867) Lieder. Erstes Büchlein. Zweites Büchlein. Grêgorjus. Der arme Heinrich
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ZWEITES BÜCHLEIN.

so stet ein ander tröst da bi,wie wibe und manne leben sigescheiden also sere:

ir schände ist unser ere: 700

des wip da sint gelioenet

des well’ wir sin gekroenet:

swaz ein man wibe erwirbet,

daz er doch niht verdirhet

an sinen eren da von. 705

dar under sin wir gewon

an wiben die mit eren lebent

und sich schänden begebeut,

diu einen guoten friunt hat,

daz si der andern habe rat. 710

swie ich nü wenken möhte

und tuon daz ir niht tollte,

daz’n schadet ir an mir niht ein har.

dar zuo sihe ich durch daz jär,

swar ich der lande kere, 715

schoener wibe mere

danne si manne tuo.

daz schadet ir allez niht dar zuo

daz ir kein kranc an mir geschehe,

swie vil ich guoter wibe sehe 720

od swie verre ich ofte si von ir.

der alte Spruch der’n touc an mir

«daz üz ougen daz üz muote:»

zwäre ez muoz diu guote

versigelt in minem herzen sin 725

sam in der sunnen der schin.

Da bi stet aber ein ander drö,diu mich ofte tuot unfrö:

aufgebracht werden: so etwas könnte selbst ein Engel nicht ruhig mitansehen. — 698 wie, daß; der mir sagt wie, — leben stn., Lebensweise,Art, — 699 gescheiden, getrennt, verschieden unter sich. — 701 hcenen ,schmähen, entehren: was Frauen Schmach bringt, das soll uns Ehre brin-gen; vgl. Vridanc 102, 18 und MSF, 89, 20. — 709 diu, wenn eine. —710 daß sie um andere sich nicht kümmere, sich mit öinem Freundebegnüge. — 711 wenken, wanken, untreu sein. — 712 lohte, angemessenwäre. — 715 der lande abhängig von swar, wohin auch. — 717 als sieMänner sehen mag. — 718—719 dar zuo daz, soweit, so sehr daß. — kein,irgend ein. — kränc stm., Abbruch, Benachteiligung. — 722 der'n toucan mir, der ist übel angebracht bei mir. Vgl. Iwein 722. — 725 versigeln ,fest verschließen; Erec 2366.

727 dro, Befürchtung; vgl, zu 381, —