ZWEITES BÜCHLEIN.
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mich nimmer geliehen:doch Mm ich eine wislieit,daz icli liep ünde leit
also wol erkenne, 235
daz ich etewenne
gerner ein töre waere
dann’ ich so gröze swfere
von minen senden witzen trage
die ich mit starker riwe klage. 240
Mir geswiche der sin in kurzer zit,wan daz ime behabet den stritder gedinge den ich haudaz leit mit liebe mac zergän,daz ich noch müeze schouwen 245
mine jiincfröuwenstaites muotes linde alsodaz wir des beide werden frö.wan ich wsere e immer äne heil,es’n miiese ir sin daz beste teil. 250
da vor müeze ich sin beliuotdaz mir immer deliein guotgeschehe wider ir heile,diu fröude ist üb'ele veile
die ich Imme gekoufe also, 255
da von min frouwe werde unfrö.
dar an zwivel si nilit,
swä ir wille an geschiht,
des emvelle ich mir ze heile jelien
und zem besten daz mir mac geschehen. 260
sit si got der guote
an übe imde an muote
237 gerner, lieber. — 238 danne , als .daß. — 239 witze häufig wie hier imPlural; sende = seriende witze, der dem Gram und Schmerz preisgegebeneSinn, Geist; vgl. der sende gedanc im Iwein 3083. — 240 riwe, riuwe stf.,Betrübniss.
241 geswiche conj. preet. von geswichen, vgl. zu 1. Büchlein 1144.Sinn: mir gienge in kurzem mein ‘Verstand verloren. — 242 wan, außerdaß, wofern nicht. — behaben den strit, die Oberhand behalten. (Ausbefiabte und aus behuop , welches gleichfalls in dieser Verbindung gebrauchtwurde, bat sich unser nhd. behaupten gebildet.) — 250 ez’n zuüese ir sin,sollte ihr nicht sein, es wäre denn daß sie hätte. — 252 u. 255 immer,jemals. — 254 übele veile, theuer, theuer erkauft. — 25(5 da von, daß da-durch. — 257 fg. daran zweifeln sie nicht: es sei was es sei, wofern esnur nach ihrem Willen geschieht, so werde ich es mir zum Heile an-rechnen. —