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Albrecht Dürers Rosenkranzfest : mit 2 Abbildungen
Entstehung
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Es ist nicht zu verwundern, dass das Rosenkranzbild Dürers,welches ausdrücklich unter den Sehenswürdigkeiten Venedigs er-wähnt und als »ein fürnemes Stück« der Rudolfinischen Sammlunggepriesen wurde, Kunstfreunde derart fesselte und ansprach, dasssie eine Copie des Werkes sich anfertigen liessen. Diese Copien mussman jedoch in zwei Gruppen scheiden, deren erste mit einem ver-schollenen und zwei erhaltenen Exemplaren, dem Originale genauentsprechend, vertreten ist, während die drei der zweiten ziemlichbedeutende Abweichungen von Dürer zeigen. In letzteren ist haupt-sächlich die heil. Katharina, deren Figur unzweifelhaft aus dem letz-ten Blatte des Marienlebens entlehnt ist, an die Stelle des Papstesgetreten, der heil. Dominicus dagegen verschwunden und statt des-selben ein mehr gegen den Rand gerückter Engel hinter einer ge-krönten Frau, die den Surianus des Originales verdrängte, eingefügt.Diese Aenderung einem protestantischen Einflüsse zuzuschreiben , 1ist wohl nicht gut denkbar, da nicht einzusehen ist, weshalb einprotestantischer Maler oder Besteller den ihm nicht zusagendenPapst durch eine seinen religiösen Anschauungen ebensowenig ent-sprechende Heilige ersetzt wissen wollte. Vielmehr ist die einedieser Copien unstreitig ein Votivbild, in welches über Befehl derporträtirten gekrönten Frau das Bild ihrer Namenspatronin im GeisteDürers eingefügt wurde; die beiden andern sind wieder von diesemBilde copirt.

Unter den Copien der ersten Art scheint die älteste jene heuteganz verschollene 2 zu sein, die nach der Beschreibung sich getreu

1 Th au sing, Dürer, I., S. 356.

2 Ebendaselbst, Anm. i.