Nachtrag zum 71. Bande
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auf der Hochzeit ihres gemeinsamen Freundes von Blanckeuburg-Zimmerhauseumit der Tochter des Herrn von Thadden-Trieglaffst. Von Blauckenburg hattebeide vorher glauben gemacht, daß der andre schwer höre; deshalb folgte dieganze anwesende Gesellschaft mit größter Spannung ihrer ersten Unterredung.Der alte Herr von Blauckenburg wollte damals schon in dem Landrate von Kleist-Retzom den Oberpräsidenten und i» Herrn von Bismarck den auswärtigenMinister erkannt haben. Infolge der dort gemachten und dann auf einer Harz-reise weiter gepflegten Bekanntschaft hatte sich Herr von Bismarck mit seinerspäteren Gemahlin Johanna von Putckamer, der Schwestertochter des damaligenLandrats von Kleist-Retzow, verlobt. Auf ihrer Hochzeit zu Reinfeld im Sommer7847 brachte der letztere Otto von Bismarck-Schönhansen's Gesundheit ans, indemer die Hoffnung anssprach, daß in ihm für Deutschland ein neuer Otto derSachse entstehen werde. So hoch stellten ihn und spannten ihre Erwartungenvon ihm schon damals seine Freunde.
Im Sommer 7 848 erwogen Herr von Below-Hohendorf, Herr von Bis-marck-Schönhansen, der Landrat von Kleist-Retzow und Herr von Pnttkamer-Reinfeld in dem Garten des letzteren, wie das von der damaligen Nationalver-sammlung dem Vaterlande drohende Verderben möglichst abznwenden sein möchte!Sie kamen zu dem von Herrn von Below angeregten Entschlüsse, jener unfähigendemokratischen Versammlung ein freiwilliges Parlament ans erfahrenen, aner-kannten Persönlichkeiten in Berlin gegenüber zu stellen, welches die Beratungenjener in ihrer ganzen Haltlosigkeit darthun und die Blicke des Königs undLandes auf die Elemente lenken sollte, von welchen Hilfe zu erwarten und beidenen sie daher zunächst zu suchen wäre. Der Landrat von Kleist-Retzow wurdebeauftragt, diesen Gedanken dem in weiten Kreisen hochgeschätzten und populärenHerrn von Bülom-Cnmmerow zu unterbreiten und ihn zur Ausführung desselbenanfznfordem.
Herr von Bülow ging auf de» Gedanken ein. Die von ihm berufene Ver-sammlung tagte den 7 8. und 79. August in Berlin als sogenanntes Junker-parlament unter dem zum Vorsitzenden gewählten Landrat von Kleist-Retzowund ist auf die nicht lange danach eintretende politische Umkehr wohl nicht ohneEinfluß gewesen.
In demselben Sommer fand der Landrat von Kleist-Retzow eines Tagesein Schreiben des Generals von Gerlach vor, welches ihn nach Potsdam berief,indem der Generaladjntant von Ranch mit ihm über seine etwaige Berufungzum Minister zu verhandeln wünsche. Der Landrat von Kleist-Retzow konn.edie Freudigkeit zur Übernahme eines Ministeriums nicht gewinnen, riet vielmehrdringend, jemand zu berufen, welcher neben der nötigen Entschiedenheit die volleKenntnis der bestehenden Verwaltung besitze, die ihm nach seiner bisherigen
b Am Abend dcS Hochzeitstages brannte durch ein jenseits des bei dein Dorfe liegendenSeeS veranstaltetes Feuerwerk infolge sich plötzlich ändernder Windrichtung fast das ganzeDorf ab. Herr von Bismaret führte demnächst die Entschädignngsverhandlnngen mit den ab-gebrannten Bauern.