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geäußert hat. Auf der einen Seite ist die Eigenliebeso maßlos empfindlich und peinlich, daß ein über unsin unsrer Abwesenheit gesprochenes Wort, wenn esuns getreu hinterbracht wird, uns nothwendig Un-recht zn thnn oder doch uns nicht gerecht zu werdenscheinen muß; andrerseits ist es unglaublich, wie sehrunsere eigene Gewohnheit der Vorschrift zuwider-länft, Andorn nicht zu thnn, was wir nicht wünschendaß uns geschehe, und für wie unschuldig wir eshalten, wenn wir uns im Reden über Andere diegrößten Freiheiten erlauben.
XUV.
Ein sehr wirksames Heilmittel gegen die Ver-leumdung, gerade so wie auch gegen Seelenschmerzon,ist die Zeit. Tadelt die Welt, was wir unter-nommen haben oder wie wir uns betragen, mag csnun gut oder schlecht sein, so müssen wir nur ruhigdabei beharren. Schon nach kurzer Zeit wird derGegenstand abgedroschen, die bösen Mäuler lassen ihnfallen und suchen einen neuen Stoff. Und je festerund unerschütterlicher wir trotz des Gcschrei's unser«weg sortsetzen, um so rascher wird das, was manAnfangs verdammte oder was Befremden erregte,vernünftig und in der Grdnung befunden werden.Denn die Molt, die nie glaubt, daß Einer, der nichtnachgiobt, Unrecht habe, vcrurthcilt am Ende sich selbstund spricht uns frei. Daher kommt, was man täglich