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2 (1878) Leopardi's Weltanschauung. Geschichte des Menschengeschlechts. Gespräche. Gedanken
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die Lust ist nicht immer eine lebhafte Empfindung;vielmehr besteht vielleicht der größere Theil allermenschlichen Lustgefühle in einer Art Ermattung.Demnach sind die Sinne des Menschen auch naheam Erlöschen eines Lustgefühls fähig, da sehr häufigdie Ermattung selbst ein Lustgefühl ist, zumal wennsie uns von einem Leiden befreit; denn du weißtwohl, daß das Anfhören eines jeden Schmerzes oderUnbehagens schon an und für sich selbst ein Vergnügenist. So muß denn die Ermattung des Sterbens umso angenehmer sein, von je größerem Leiden sie denMenschen befreit. Was mich betrifft, obwohl ich inmeiner Todesstunde nicht viel ans das achtete, wasich fühlte, weil mir die Aerztc verboten hatten, dasGehirn anzustrengen, dessen erinnere ich mich doch,daß die Empfindung, die ich hatte, nicht sehr ver-schieden war von dem Vergnügen, das die Menschendurch das Sinschwinden der Besinnung beim Lin-schlnmmern empfinden.

Die andern Todten. Auch wir glauben unsdes nämlichen Gefühls zu erinnern.

Ruysch. Sei es denn, wie ihr sagt, obwohlAlle, mit denen ich Gelegenheit hatte, über diesenGegenstand zu sprechen, ganz anderer Ansicht waren;aber so viel ich mich erinnere, führte Reiner seineeigene Erfahrung als Beweis an. Nun aber sagtmir: im Augenblick des Todes, als ihr jene angenehmeEmpfindung hattet, glaubtet ihr da zu sterben undhieltet jenes Vergnügen für eine Artigkeit, die derTod euch erwies, oder habt ihr irgend etwas Anderesgedacht?