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Der Todte. was für ein Schmerz sollte dassein, der demjenigen, der ihn erleidet, nicht zum Be-wußtsein kommt?
Rnysch. Bei alledem ist doch Jedermann über-zeugt, daß die Empfindung dos Sterbens sehr schmerz-haft sei.
Der Todte. Als ob das Sterben eine Em-pfindung wäre und nicht vielmehr das Gegentheil!
Ruysch. Und sowohl Diejenigen, die in Be-treff der Natur der Seele den Epikuräern beipfiichten,als Diejenigen, die an der landläufigen Ansicht fest-halten, kurz, Alle oder doch die Mehrzahl stimmen indein, was ich sage, überein, in den, Glauben nämlich,das Sterben sei seinem Wesen nach und ohne jodenvergleich ein höchst lebhafter Schmerz.
Der Todte. Nun, du magst bei uns die An-hänger dieser oder jener Lehre befragen: wennder Mensch nicht im Stande ist, sich des Momentsbewußt zu werden, in welchem die Lebensfunctionenzum größeren oder geringeren Thcil nur noch unter-brochen in Thätigkcit sind, sei es durch Schlaf, oderLähmung, oder Vhnmacht, oder durch welche Ursachees wolle, wie soll er den Augenblick gewahr worden,wo die nämlichen Functionen ganz und gar aufhörenund nicht nur für kurze Zeit, sondern für immer?Ueberdies, wie kann ein lebendiges Gefühl stattfindcnim Tode? vielmehr, wie soll das Sterben selbst seinemeigentlichen Meson nach ein lebendiges Gefühl sein?wenn die Fähigkeit, zu fühlen, nicht allein geschwächtund nur noch spärlich vorhanden, sondern auf einsolches Minimum reducirt ist, daß sie schwindet und