260 Sextus Aurelius Victor.
und der Wollust, war dabei blöde, ja beinahe stumpfsinnig,furchtsam und feige und ein Spielzeug in den Händen seinerFreigelassenen und seiner Gemahlin. Unter seiner Regierungwurde Scribonianus Camillus in Dalmatien zum Kaisererwählt, jedoch alsbald P getvdtet, Mauritanien zur Römi-schen Provinz gemacht, ein Heer Musulamier vernichtet unddie claudische Wasserleitung ") nach Rom angelegt. SeineGemahlin Meffalina erlaubte sich anfangs, als sey sie dazuberechtigt, häufige Verletzungen der ehelichen Treue, wobeisie mehrere, welche ihr aus Furcht nicht zu Willen waren,in das Verderben stürzte: später aber, von noch heftigererLeidenschaft entbrannt, gab sie eine große Anzahl Frauenund Jungfrauen von Stande neben sich selbst preis gleichöffentlichen Dirnen, welchem Schauspiele die Ehemännerbeizuwohnen gezwungen wurden: wer seinen Abscheu davoräußerte, gegen dessen Person und Familie wurde unterangeschuldigten Verbrechen grausam verfahren. Es hatteüberhaupt ganz das Ansehen, als theile die Gemahlin desKaisers das Bett lieber mit jedem andern Mann, als mitdem Kaiser selbst. Die Freigelassenen des Claudius rissen aufdiese Weise die höchste Gewalt an sich und verbreiteten durchBefriedigung schnöder Lust, durch Verbannungen, Hinrich-tungen und Acchtungen allenthalben Trauer. Einer derselben,
P Fünf Tage nach seiner ThrvnerheSung.
»») leitete nnch Sueton das aus der cärnlischen und all'Uni-schen Ouelle entspringende, sehr kalte und reichlich strömendeWasser, wie auch den Fluh Anien durch einen' ganz neue»steinernen Kanal in die Stadt und vertheilte das sämmtlicheWasser in sehr viele und schöne Bassins.