Druckschrift 
2 (1837)
Entstehung
Seite
157
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Kaisergeschichte. 157

Bürde der Purpur sey. Seine Beschäftigung mit derWahrsagerkunst, deren Aussprüche er in mancherlei Ver-hältnissen als untrüglich erkannt hatte, flößte ihm dasfeste Vertrauen ein, daß seine Söhne Titus und Domitia-nns seine Nachfolger auf dem Throne seyn würden. Ueber-dieß that Vespastanus durch eine höchst zweckmäßige Gesetz-gebung und das noch wirksamere Beispiel eigenen tadellosenLebens dem Verfalle der Sitten nicht ohne Erfolg Einhalt.Es werfen zwar einige Geschichtschreiber diesem Kaiser irrigvor, er habe den Reize» des Geldes nicht widerstehen kön-nen : allein es ist allgemein bekannt, daß die Erschöpfungdes Staatsschatzes und der Ruin mehrerer Städte es waren,welche ihn zu Einführung neuer, jedoch bald darauf wiederaufgehobener Auflagen nöthigten. Zn Rom wurde das Ca-pitvlium, dessen Einäscherung ich oben erwähnt habe, derTempel des Friedens, die Denkmäler des Claudius, -) derRiesenbau des Amphitheaters, und noch mehrere andereBauten, so wie auch ein Fornm nicht blos angefangen,

bin von Agrippina angefangcner, aber von Nero fast ganzabgebrochener Tempel des Kaisers Claudius.

Wichtiger als alle andern Gebäude wurden znr Kaiscrzcitdie großen Fora zu Rom, die von dem alten Forum wenigmehr, als den Namen hatten. In dem Fornm Roinannmnämlich war die Hauptsache der große, zweifach abgetheilte,inwendig freie Raum — Fornm im engern Sinn undComitinm — von der Kurie und Tempeln und außerdemwie früher von niedrigen Hallen »nd Buden, so später vonBasiliken begrenzt. An ander» Gebäuden, welche diesenNamen trugen, ist das Aehnliche eine durch Mauern oderHallen und die Symmetrie der einzelnen Theile zu einer