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A. v. Humboldt's Fragmente einer Geologie und Klimatologie Asiens
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ditionen, dafs der Tarim, der gegenwärtig in den Lop-See mündet, diesen See einst durchflossen und seineWasser mit denen des Gelben Flusses vermengt habe;ein Phänomen, welches die Bildung einer Wasserscheidedurch fortwährende Anschwemmung bewährt, und dassich an andere Erscheinungen der vergleichenden Hydro -graphie anschliel'st, welche ich in dem historischen Be-richt meiner Reise nach den Aequinoctial-Gegenden desNeuen Continents, T. II. p. 75 und 525, auseinanderge-setzt habe.

Aus dem Ganzen dieser Betrachtungen über die Bo-dengestaltung Asiens folgt, dafs der mittlere Theil, zwi-schen 30° — 50° der Breite und den Meridianen des Bo-lor oder von Kaschmir, und des Baikal-Sees oder dergrofsen Hoang-ho-Beugung, ein Boden von sehr ver-schiedener Höhe ist, zum Theil überschwemmt und unge-heure Länderstrecken enthaltend, deren Höhe wahrschein-lich der des Plateaus einer niederen Ordnung, wie z. B.von Baiern, Spanien, Misore, analog ist. Man vennu-thet mit Recht, dafs die Boden-Anschwellungen, welcheder der Hochebenen von Quito und Titicaca (1500 —2000 Toisen) vergleichbar sind, sich nur vorzugsweisebei der Gabelung der Kette des Hindu-Khu finden,dessen Aeste unter dem Namen des Himalaya und Kuen-lun bekannt sind, d. h. also in den Gegenden von Ladak,Tübet und Katschi, so wie an dem Gebirgsknoten desKo-ko-nor und in der Gobi nordwestlich vom In-schan.

Wir haben hieraus ersehen, dafs Asien, in grofseBassins getheilt, durch Gebirgszüge verschiedener Rich-tung und verschiedenen Alters, eine Entwickelung des or-ganischen Lebens und der Ansiedelung für Yölker-Yercine,für Jäger (Sibirier), Hirten (Kirgisen und Kalmücken),ackerbautreibende Yölker (Chinesen) und Mönchsvölker(Tübeter), eine Mannigfaltigkeit von Ebenen, Terrassenund Hochgründen im Luftocean darbietet, welche aufeine höchst merkwürdige Weise die Temperaturen undKlimate modificirt. Eine traurige Gleichförmigkeit herrschtin den Steppen von den Ufern des Sihon (Jaxartes) und