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A. v. Humboldt's Fragmente einer Geologie und Klimatologie Asiens
Entstehung
Seite
79
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unsern Tagen nicht so selten als ehemals, den Ober-Ir-tyseh besuchen, recht bald aufmuntern werden, die To-pographie des Ala-gul und Alak-tu-gul, welche deralte Tatar Sayfulla als zwei getrennte Seen betrachtet,aufzuklären. Sind es etwa Ueberschwemmungen, welchezu verschiedenen Zeiten diese Süfswasserbecken ver-ändern?

Ein Tatarischer Moliah, Namens Sayfulla-Kazi, etwa 70 Jahr alt, der seit mehreren Jahren in Se-mipolatinsk wohnt, hat mehrere Reisen in diese Gegen-den gemacht; er war in Guldja am Ui-Flusse und kenntsehr wohl den Ala-gul und Ala-tau-gul- See. Diesergab mir nun folgende Mittheilung. Von der Stadt Tschu-gut- schale geht der Karawanen-Weg gegen den Ala-guloder Bunten See, der seinen Namen von drei ziemlichgrofsen bunten Felsen, die in ihm liegen, erhalten. Die-ser See bleibt links vom Wege; auf der anderen Seite,im Westen desselben, ist ein anderer See, der Ala-tau-gul. In diesem sieht man einen schneew'eifsen Berg, derviel gröfser ist, als die Felsen im Ala-gul. (Der NameAla-tau-gul ist gebildet aus ala und tugul, d. h. nichtbunt, oder aus den drei Worten Ala tau gul, d. h. einSee, der einen bunten Berg hat; denn der Moliah sagte,dafs der in diesem See befindliche Fels, w'enn die Son-nenstrahlen sich an ihm brechen, einen schönen Anblickvon verschiedenen Farben gewährt.) Auf meine Frage,ob man keine Spur habe, dafs dieser Berg ehemals einVulkan gewesen, 1 ) und ob die Tataren und Kalmücken,wenn sie bei diesen Seen vorbeikommen, einem dieserBerge Opfer bringen, antwortete er, dafs er nie derglei-chen hinsichtlich der Seen und der in ihnen liegendenBerge gehört habe; doch, fügte er hinzu: wenn man demAla-gul vorbei ist (der auf der Karte genau im Südendes Ala-tau-gul liegt), so kommt man an zwei Berge,den Jug-tau (Ku k-tau oder Blauer Berg der Karten)

1 ) Nicht dieser Berg, sondern ein Pic im Ala-gul soll vulka-nisch sein. v - H.