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die Voraussicht des Lustgefühls der Stillung des Hungers oderDurstes schon während des Hungers oder Durstes selbst mit einemmassigen Grade desselben hinreichend zur Compensation der Un-lust versöhnt werden, ja sich seines Hungers oder Durstes freuen,und die Lust der endlichen Stillung nur als Abschluss dieser Ver-sühnung in einer letzteren Steigerung derselben empfinden, indessder endliche Fehlschlag der Stillung durch den Fehlschlag dieserVoraussicht nur um so unlustvoller wird. So setzen wir bei Kunst-werken nach den allgemeinen Zwecken der Kunst im Allgemeinenschon voraus, dass alle ins Spiel gebrachten an sich ungünstigenEindrücke einer zufriedenstellenden Lösung entgegengehen, undversöhnen sie hiedurch schon unmittelbar, wodurch es möglichwird, dass wir überhaupt Kunstwerke trotz des Unterlaufens sol-cher Eindrücke mit fortgehenden Lustübergewicht verfolgen kön-nen, bei schliesslich fehlendem versöhnenden Abschlüsse aber umso unbefriedigter davon bleiben.
XXXVIII. Principe der Summirung, Uebung Ab-stumpfung, Gewöhnung, Uebersättigung.
—T 7 Jeder, also auch ästhetische, Beiz bedarf einer gewissen Dauerder Einwirkung; ehe seine Wirkung überhaupt spürbar wird, wasman als einen Erfolg des Gesetzes der Schwelle betrachten kann,sofern die Wirkung des Reizes sich zum Uebersteigen der Schwelleerst bis zu gewissen Gränzen summiren und die Empfindlichkeitfür seine Aufnahme gestimmt werden muss. Auch nimmt derEindruck selbst bei continuirlich gleich bleibendem Reize bis zugewissen Gränzen, welche wir als die der aufsteigenden Wir-kung bezeichnen können, mit der Dauer der Wirkung zu. Diedamit erreichbar höchste Stärke des Eindrucks nennen wir kurzdessen volle Stärke.
Wird die Einwirkung des Reizes’ in der Periode des Anstei-gens, also vor Erreichung der vollen Stärke des Eindruckes unter-brochen um später von Neuem zu beginnen, so überträgt sich eineNachwirkung davon auf die zweite Wirkung und verkürzt die