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2 (1898)
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stamm und Kapitell, wenn schon aus demselben Stoffe gearbeitet,nicht mit derselben Farbe zu bekleiden haben. Magnus will, derBaumeister soll so viel als möglich das Baumaterial selbst von soverschiedenfarbigem Stoffe wählen, dass daraus eine wohlgefälligeMannichfaltigkeit der Erscheinung am Bauwerke hervorgehe *).Eine Zumuthung, die unstreitig praktisch nicht weit durchführbarund jedenfalls nicht so durchführbar ist, dass die architektonischeGliederung hinreichend zum Ausdruck kommt, da die Verschieden-heit des Materials sich damit gar nicht parallel halten lässt. EineCharakteristik aus jenem Gesichtspuncle aber erscheint nicht nuran sich mindestens eben so wichtig als aus diesem, sondern ge-winnt auch dadurch den entschiedenen Vortheil, dass den Be-dingungen direkter Wohlgefälligkeit damit besser genügt werdenkann. Also wird man nur s^gen können, dass, insoweit sich derVortheil der Charakteristik durch die natürliche Erscheinung desMaterials mit dem Vortheile der Erscheinung der Gliederung desBauwerkes und direkten Wohlgefälligkeitsrücksichten verträgt,jener Charakteristik Folge zu geben sein möchte.

y XXXV. Beitrag zur ästhetischen Farbenlehre.

In Th. I. S. 100 ff. ist bei Gelegenheit des ästhetischen Asso-ciationsprincipes der associative Eindruck der Farben besprochenworden. Fügen wir hier noch eine Ergänzung in Betreff des direc-ten Eindruckes der Farben, und des directen so wie associativenvon Weiss und Schwarz hinzu.

1) Vom directen Eindrücke der Farben.

Unstreitig machen die Farben abgesehen von aller associirtenBedeutung schon durch eine angeborene Beziehung zu unserer

*) Sonderbar, die natürliche Färbung der menschlichen Gestalt in derbildenden Kunst soll barbarisch, hiegegen die natürliche Erscheinung desBaumaterials in der Baukunst gefodert sein, während die bildende Kunst vonvorn herein darauf ausgeht, die Natur nachzuahmen, die Baukunst, solchenach Zwecken umzuändern, Hierin scheint mir etwas von verkehrter Welt zuliegen.