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2 (1898)
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aus zweierlei Material empfindet, deren aus dem späteren Alterthum soviele noch erhalten sind.«

»Geht man nun aber an dieses Geschäft, will man die Farben-Verschieden-lieit des Kopfes charakterisiren, so begiebt man sich auf eine Bahn ohne Ge-setz und Schranke, auf der nicht mehr Halt zu machen ist. Man betritt eineKlippe, die man besser thäte, so weit wie möglich zu umschiffen.«

»Wer es jemals unternommen hat, mit der Farbe an die Sculptur heran-zutreten, der wird mir gewiss Recht geben: Es ist entweder etwas Leichtes,oder es ist ein Unternehmen von unübersteiglicher Schwierigkeit! Decorativenamentlich kleinere Gegenstände, gewissermassen spielend mit Farbe zuschmücken, dazu bedarf es in der That nur einiger Ivenntniss und guten Ge-schmacks. Ein fertiges lebensgrosses vollrundes Kunstwerk aber zu färben— dasist ein Geschäft, bei dem es viel schwerer ist, nichts zu verderben, alsetwas gut zu machen.

Durchlaufen wir jetzt die Gründe, nach welchen bisher all-gemein gegen die Malerei der Statuen theils überhaupt, theils undnamentlich gegen die naturwahre entschieden worden ist, um zusehen, ob sie wirklich entscheidend sind.

Der sehr allgemeine Grund, dass die bildende Kunst sichüberhaupt vor zu weit gehender Nachahmung der Natur zu hütenhabe, mithin das natürliche Golorit »zu viel« sei (wie sich Magnusausdrückt), würde nur dann etwas bedeuten können, wenn zu-gleich ein Gesichtspunct, warum es zu viel ist, geltend gemachtwürde, kann sich also erst auf die folgenden Gründe stützen; daAbweichungen von der bildenden Kunst von der Natur sich nichtschlechthin dadurch rechtfertigen können, dass überhaupt abge-wichen werden solle. (Vergl. Abschn. XXII.) Weicht doch selbstdie naturwahr bemalte Statue noch genug von der Natur durchihre Starrheit ab; dass dazu auch die Farbe zu viel sei, muss erstbegründet werden. Und so gilt es jetzt nach diesen Gründen zusehen.

Man hat gesagt*) es widerspreche von vorn herein dem Be-griffe und Wesen der, auf Darstellung der Gestalt bezüglichen,Plastik, auch Farbe zu geben. Jede Kunst habe sich in ihren Grän-zen zu halten. — Nun ist die Befolgung dieser Begel gewisser-massen selbstverständlich, denn auch an einer bemalten Statue hatdie Plastik nur so weit Antheil, als sie Gestalt, wie die Malereiinsoweit sie Farbe giebt, jede bleibt damit in ihren Gränzen; aber

*) Z. B. Scliaslers Dioskuren 1866. 211. Eggers Kunstbl. 1 853.no. 48. 420.