Druckschrift 
2 (1898)
Entstehung
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Inzwischen ist damit, dass sinnliche Grösse und Stärke (resp.starker Abfall davon) nicht nothwendig zum Eindrücke der Er-habenheit ist, nicht gesagt, dass sie, wenn vorhanden, nichts dazubeiträgt. Zuvörderst thut sie es gewiss indirect, sofern alles sinn-lich Grosse und Starke nicht nur associative Vorstellungen vongrossen und starken Ursachen und Wirkungen mitführt, sondernauch als Bild an andres Grosse und Starke erinnert. Namentlichsind alle starken Naturgewalten geeignet, associationsweise dasGefühl des Daseins seines über die momentane Aeusserung der Ge-walt hinausreichenden, mit dem Quelle unserer eigenen Lebens-kraft analogen, Quelles von Kraft anzuregen; und sofern wir unsselbst in kräftiger Aeusserung unserer Lebensthätigkeit lustvollfühlen, überträgt sich auch ein Lustgefühl an die objective An-schauung solcher Aeusserung. Nur möchte ich mich dagegenerklären, dass das Gefühl der Erhabenheit hiebei blos auf derassociativen Erinnerung an analoge eigne Kraftäusserungenberuhe, da die Anschauung gewaltiger Scenen schon unmittel-bar eine starke Bethätigung unsrer Lebenskraft im Gebiete einesSinnes auslöst, und die Association nicht minder Erinnerungenan starke Eindrücke, die wir erfahren, als starke Thätigkeiten,die wir äussern, aufrufen kann. Warum also auf letzterer Seiteder Association allein fassen. (Vergl. Th. I, S. 106 ff.)

Gewiss ist, dass bei jedem nicht ganz rohen Menschen Asso-ciationsvorstellungen der einen oder andern Art eineHauptrolle imEindrücke der Erhabenheit spielen, und man kann selbst fragen,ob überhaupt noch von Erhabenheit zu sprechen, wenn alle Asso-ciationsvorstellungen wegfielen, z. B. der Erscheinung des Vesuv-ausbruches die Vorstellung der ungeheuren Kräfte, die ihn be-wirken, der Wirkungen, die er äussert, derTiefe, aus der er kommt.Jedenfalls würde der blos sinnliche directe Eindruck durch seineNiedrigkeit sehr in Nachtheil gegen den durch die Association be-reicherten und erhöhten stehen; auch istder Begriff der Erhabenheitblos aus Fällen, wo Associationen nicht fehlen, abstrahirt. Ander-seits aberfinde ichbeim Zusammenwirkendirecten und associativenEindruckes keinen Grund, die Wirkung, welche die starke, aus-gedehnte, einheitliche Beschäftigung eines Sinnes auf den Geistdirect äussert, vom Eindrücke der Erhabenheit abzuziehen,um blos die Leistung der associativen Beschäftigung in Rechnungzu bringen; sondern meine, es ist in dieser Beziehung ähnlich mit