106 Sextus Aurelius Victor.
64. Tiberiuö Gracchus.
Liberins Gracchus, ein Enkel des Africanus von dessenTochter, gab als Quästor des Manciiiiis seine Einwilligungzu dessen schimpflichem Vertrage, entging aber der Gefahrder Auslieferung durch die Macht seiner Beredtsamkeit. AlsDolkstribun brachte er das Gesetz in Vorschlag, es dürfeNiemand mehr, als fünfhundert Morgen Feldes besitzenund hieß, was bis dahin unerhört war, seinen AmtsgenvffenOctavius, als dieser Einsprache dagegen that, sein Amt nie-derlegen. Sodann trug Gracchus darauf an, man solleüber die Erbschaft des Attalus *) einen Beschluß fasse» unddieselbe unter das Volk vertheilen. Da er hierauf seineAmtsgewalt sich verlängern lassen wollte, aber unter ungün-stigen Anspicien öffentlich erschien, ging er alsbald auf dasKapitol und legte da die Hand an den Kopf, wodurch erdem Volke sein Leben empfohlen haben wollte. Der Adelnahm dieß so auf, als wenn er nach dem Diadem strebteund es forderte, wie der Konsul Mucius unschlüssig zauderte,Scipio Nasica alle Bürger, denen das Wohl des Staatesam Herzen liege, ans, ihm zu folgen, setzte dem Gracchusnach auf das Capitolinm und erschlug ihn. Sein Leichnamwurde von dem Aedil Lncretins mit eigener Hand in dieTiber geworfen, weshalb dieser den Namen Todtengräbererhielt. Nasica ward, um ihn den Ausbrüchen des Hasseszu entziehen, unter dem Vorwände einer Gesandtschaft nachAsien geschickt.
*) Attalus, König von Pergainus in Kleinasie», hatte dasRömische Volk zu seinem Erben eingesetzt.