66 Sextus Aurelius Victor.
auf der Velin, einem sehr festen Orte, besaß, so würde erdes Strebeus nach der königlichen Gewalt verdächtig. AlsValerius dieß bemerkte, beklagte er sich vor dem Volke,daß man eine solche Besorgniß von ihm gehegt habe undließ nicht nur seine Wohnung uiederrrißen, sondern auch disBeile aus den Stabbündeln nehmen "und in der Volksver-sammlung neigen. Valerius gab auch ein Gesetz über dieAppellation von den obrigkeitlichen Behörden an das Volk,daher er den Beinamen Poblicola (Volkssreund) erhielt. Alser starb/ wurde er auf Kosten des Staats zur Erde bestat-tet und von den edlen Frauen ein Jahr lang betrauert.
16. A. Poftu Mills.
Der vertriebene König Tarqninius hatte seine Zufluchtzu seinem Schwiegersohn Mauritius von Tusculum P genom-men. Da dieser ganz Latium in die Waffen brachte und dieRömer hart bedrängte, so wählten diese den A. Pvstumiuszum Diktator. Am See Regillus kam es zur Schlacht.Der Sieg wankte. Da befahl der Befehlshaber der Reite-rei, den Pferden die Zügel abzunchmen, nm sie in unauf-haltsamem Laufe ansprengcn zu lassen. Auf diese Art wurdedas Heer der Latiner geschlagen und ihr Lager erobert. AufRömischer Seite hatte man zwei Jünglinge auf weißenPferden mit ausgezeichneter Tapferkeit fechten gesehen. DerDiktator ließ sic anfsuchen, nm sie nach Verdienst zu be-lohnen, allein man fand sic nicht. Pvstumius hielt sie für
*) Sine Stadt in Latium unweit des heutigen Frascati.I» der Gegend von Tusculum.