Von dem Ursprung des Römischen Volks. 43
22. Als beide Brüder »ach Vollbringung der oben er-wähnten That auf dem jetzigen Lupercal geopfert hatten,liefen sie unter Possen und Mnthwillen herum, wobei sieallen ihnen Begegnenden mit den Häuten der OpferthiereStreiche versetzten, und verordneten, daß dieß für sie undihre Nachkommen ein alle Jahre wiederkehrendes Fest seynsolle. Jeder gab seiner Partie einen eigenen Namen; Remusnannte die auf seiner Seite Fabier, Nomulns die SeinigcnQuinctilicr, zwei Namen, die noch jetzt beim Opfern sicherhalten haben. Dagegen hat das zweite Buch der Jahr-bücher der Pontifices die Nachricht, Amulins habe Leuteabgeschickt, welche den Hirten Remus vor ihn bringen sollten.Da diese nicht mit offener Gewalt an Remus sich zu machenwagten, so habe ihnen die Abwesenheit des Romnlus einegünstige Gelegenheit zur Hinterlist gegeben. Sie haben da-her zum Scheine ein Spiel angestellt, wer von ihnen näm-lich, die Hände auf den Rücken gebunden, einen Stein, derals Gewicht beim Wägen der Wolle diente, mit den Zähnenvom Boden aufheben und am weitesten tragen könne. Dahabe Remus, im Vertrauen ans seine Kraft, sich anheischiggemacht, den Stein bis auf den Aventinns zu tragen, kaumaber sich binden lassen, so sey er nach Alba geschleppt wor-den. Nachdem dieß dem Romnlus zu Ohren gekommen, habeer eine Schaar Hirten gesammelt, diese in Haufen von jeIvo Mann gethcilt und ihnen Stangen gegeben, ans derenSpitze Heübüscheln (w-vipuli) von mancherlei Gestalt znsam-mengebunden waren, damit so Jeder seinem Führer destoleichter folgen könnte. Dieß sey der Ursprung der Benen-nung Manipukaris für diejenigen Soldaten, welche zu Einem