Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
602
Einzelbild herunterladen
 

602

Sie ist also recht woltunde.

Züchtig, schone vber alle wibe.

An tilgent vnd an libe,

An gutt vnd an eren5 Ist Ir nit zu verkeren,

Wann eynes ist an Ir,

Das schatt nymant, dan mir:

Das sye also fruntlich zu mir dütt,

Hs. 60,126 b Das schwechet mir hercz vnd rnütt10 Vnd benympt mir hercz vnd synne,

Das sye mit Ir mynneMir In grossen eren gan.

Das macht, das ich nit kanIr geclagen myn nott,

15 Vnd macht mich rott

Von schrecken vnd von smerczen,

Den Ich an mynem herczenHeymlich trag durch sye virwontDag vnd nacht zu aller stund.

20 Die kongirn mich ansach,

Gar tugentlichen sye zu mir sprach:Gutt frunt, nit verzag! clag Ir din nottVnd buhl dich In Ir gebott,

Das du Ir wollest leben alleyn25 Vor allen frauwen Reyn!

Ist sye dan von gutter artt,

So wirt von Ir nit gespart,

Sye erfert din vngemach,

Wie das du bist an freyden swach30 Vnd an dinem herczen

Lidest gar manchen smerczenVnd von Iran äugen blicktDin hercz gar dick erschricket,

So muß sye zu dir wenden,

Hs. 60,127 Wo sye mag an allen enden,

Vnd mit Iran süssen mundDich grussen zu aller stund.

20, ? konigin. 32. ? klicke. 33. ? ersehnet gar dicke.