495
Hs. 2,67 VON DEM WOLFF VND DEM SCHAFF.
Ejn lamp sueclit ein waßer fluß,
Da ez möclit geti’inken auß.
Da ez kwani zue dem bach,
5 Eyn wolff sleicli ym hynden nach.
Er begonde auch trincken auß dem waßer.
' Daz lamp gie hin nyeder basserYnd tranck neben dem wölfflein.
Der wolff sprach zum lemblin:io Du truebest mir den tranck mein.
Daz lamp sprach: daz tuen ich nit.
Er sprach: du redest mir übel mit.
Daz lamp sprach erschröckenlich:
Ich wölt vngern erzürnen dich.
Hs. 2 , 67t Da huebe aber der wolff an:
Daz hat dein vater mir getan,
Daz er klafft, so ichs ym verpot.
Da von muestu leiden den tot.
Daz lamp zue der selben stunt20 Zerraiß er mit sein selbs mvnt.
Da von ein krieg wart geschaffenZwischen wolffen vnd schauffen.
Da waz ein frewdiger livnt,
Der waz der schaufle vormvnt25 Vnd behuet sie zue aller zeit
Vor großer wölffe neyd.
Die wolffe waren Schalheit volVnd merckten daz eben wol,
Daz sie behuet waren mit wachen,
23. ? freidiger. Fastnachtspiele s. 447, 17: er sei freidiger, dan ein per.