Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

464

5

10

Hs. 2, 11b15

«

20

25

30

35

13 . ?

Nue waß jn dem dorff geseßenEyn stolcze dyrn wol vermeßenVnd sye waz gar fray vnd dar zue geylYnd hett gemynnet wol ir teyl.

An die ryet er ym da.

Sein geselle sprach zue ym also:

Syehe, die dyrn ist ein eynfaltiges kynt,

Der saltu gehen eyn rynt,

Daz sie dich bei ir ligen laß.

Sy ist bey namen dir wol zue maeß.

Sye kan auch wißen wol,

Wie man die frauwen legen sol:

So kanstu ez ftirbaz eyner dester baz erbietenDeinem weibe Ynd liebes nyeten,

Ob dich got beretet einerLügenthafftig vnd vnreyner.

Der mtiller tet, alz ym sein geselle ryet.

Dez wieder ryett die dyrne nyet.

Da er ir daz ryent heymbracht,

Sie waz vnmüessig vnd gedacht,

Wie syes ym wol erböde die nacht.

Sie gab ym recht die lieben macht,

Trinckens, eßens, wez jn gelüst.

Ir bette sye schone gerüstYnd leyt jn lieplich nyederZue ir uff ir guet gevieder.

Da sye zue samen kwarnen an daz bette,

Er lack stille vnd kwam nit von stett,

Alz ein bloch, daz da stille leit.

Sye verdroß bei ym der zeitVnd gebeit dez tages kum.

Sye sprach zuem mtiller: balde ruerneMir daz havs vnd mach mirs lere!

Du bist ein rechter plehingereVnd ein edeler vylcz gebaute,

Wan erkennest wieder süße noch sawr.

Er schiede da von dannen,

eyner zu tilgen.