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Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
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Hs. 62, 76 b

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Nun liatt mich mein vatter außgesandt -Vnd gab mir fünfzig guldin in mein hand,Das ich darmit solt doctor wernn.

Die wöltt ich alle geben gernn,

Daz ich bey der frawn heintt soltt schlaffenn,

V nd wöltt mich niemantz darumb lan straffenn,Wann sy mir also wol thutt gfallen.

Die maid ward zu der frawen hallen:

0 liebe fraw, habtt ir nit ghörttVon disem gsellenn seine wortt?

Daz im eur gstaltt so wol geuellt,

Das er fünfzig guldin geben wöltt,

Das er söltt schlaffenn bey euch ein nachtt.Die fraw gar pald anfieng vnd lachttVnd sprach zu ir: daz well der ritt!

Es ist villeicht sein ernst nit.

Vnd sprach: ich nem fünfzig guldin parVnd leg bey im ain halbes iar;

Sölt dannocht mein man nit viel drum wissenn.Die maid die waz der ding geflissennVnd sprach zu ir: mein liebe fraw,

West ich, daz eur will gutt weer da,

So w'ölt ich gleich yetz zu im ganVnd die sach recht von im verstau,

Ob doch noch stiend also sein gmüett.

Sy sprach zu ir: durch all dein güett,

So thu die sach recht wol erfaren.

Die maid thätt sich nitt Ienger sparennVnd gieng gleich hin gerichtz ze hand,

Da sy den gsellen sitzenn fand,

Vnd nam in haimlich an aim orttVnd sprach: ich hab von euch gehörtt,

Als wir yetz kurtzlich für seind gangen,

Daz ir hand ghaht so groß verlangenNach meiner aller liebstenn frawen,

Die ir so lieplich thetten anschawen,

Vnd hortt von euch auch also sagenn,

Daz ir wöltt fünfzig guldin wagen,