Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

/

190

Vnd sy empfindt, daz mir verschmacht,

So liatt sy sich gar pald bedacht.

Wa ich ir mach die straff zu langk,

So spricht sy dann: mein gspil ist kranck.5 Der hab ich ettwaz hollenn müessenn.

Ich dacht offt gnug, dich wurd verdriessen,Daz ich so lang von dir auß wer.

Also sagt sy mir merlach her.

Daz treibt sy dwochen siben tag.io Vnd wann ich sy ain wenig schlag,

Gib ir ain straichlin oder zway,

So häbtt sy an daz gröst geschrayVnd macht mit schreyen ain geschell,

Als ob ich sy ermorden well.

15 Darmitt laufft zu die nachpaurschafft.

So häbtt sy an vnd sagt vnd klafft,

Sy sey nit sicher leib noch glid.

Darmit so baitt man mir ain fryd,

Daz ich sy weder schlag noch raff.

20 So geitt sy nichtz mer vmb mein straff.

Darmit macht man die weiber heu.

Darnach will sy spacierenn genZu grossenn höuen vnd zu schenckenn.

Die sach die thutt mich seer bekrencken,25 Vnd dulcl daruon so grossen kummer.

Sy treibents den wintter vnd den summer,Daz ich kainer ru nit bey ir pflig.

Der dritt der sprach: ich mich verlig' Bey ainem altten bösenn weib.

30 Mit der muß ich mein zeitt vertreib,

Hs. 62,76 Daz mich offt reutt mein iunges leben.

Von ir so ich widerstreben

Den gantzen tag vnd auch die nachtt.

So ist sy allweg so geschlacht,

35 Wes ich sy bitt, daz thutt sy nit.

Daz ist meiner altten frawen sitt.

Sy lebt allzeitt nach irern synn,

26. 1 treibtz. 32. ? hab ich.