Zwangsvorstellungen, Zwangsbefürchtungen.
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nicht für die Hysterie kennzeichend, aber sie gehören einem naheverwandten Krankheitsbilde, eben dem Zwangsirresein, an, dasgleichfalls eine Ausdrucksform derjEntartung bildet. Gerade darumsehen wir nicht so selten Krankheitsfälle, in denen sich die Er-scheinungen dieser Leiden und ebenso des aus derselben Wurzelhervorwachsenden manisch-depressiven Irreseins in der mannig-faltigsten Weise miteinander verbinden.
Die hier gewonnene Deutung des Krankheitsfalles wird unsauch vor einer Überschätzung der ursächlichen Rolle schützen, diedem Sturze für die Entstehung der jetzigen Störungen beizumessenist. Wenn wir von den völlig abweichenden psychischen Schwäche-zuständen nach Kopfverletzungen ganz absehen, so bietet doch auchdie „Schreckneurose“ ein wesentlich anderes Bild dar, als wir esbei unserem Kranken vor uns haben. An Stelle der allgemeinen Be-hinderung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit und dergesteigerten Ermüdbarkeit begegnen uns hier Krankheitszeichen,die wir oft genug auch ohne das Voraufgehen einer Kopfverletzungbeobachten. Wir dürfen daraus schließen, daß hier der Unfall nichtals die eigentliche Ursache, sondern nur als Auslösung der Krank-heitserscheinungen anzusehen ist, deren tiefere Grundlage die be-sondere Veranlagung des Kranken bildete. Diese Auffassung istvon erheblicher Bedeutung für die Beurteilung der Aussichten, dieunser Fall für die Zukunft bietet. Während sich bei den schwere-ren Formen der Schreckpsychose die Störungen nur langsam, unterUmständen überhaupt nicht mehr verlieren, wissen wir, daß hyste-rische Erscheinungen einerseits schärfer umgrenzt, andererseitsaber ungemein beeinflußbar und wechselvoll zu sein pflegen. Auchbei sehr langer Dauer können sie durch irgend welche psychischeEinwirkungen ebenso plötzlich wieder verschwinden, wie sie ent-standen sind. Wir werden daher in unserem Falle darauf rechnendürfen, durch geeignete psychische Behandlung eine gewisse Besse-rung zu erzielen. Freilich werden wir, da wir nur die Erschei-nungen, nicht aber die hysterische Veranlagung beseitigen können,darauf gefaßt sein müssen, daß früher oder später mit und ohne Anlaßbei dem Kranken ähnliche Störungen wiedereinmal hervortreten*).
*) Wir haben den Kranken einer hypnotischen Behandlung unterzogen,die sehr leicht gelang und sofort alle seine Beschwerden beseitigte. Leiderkonnten wir ihn nur noch eine Woche beobachten.