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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Irresein nach Kopfverletzungen.

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gekommen war und seine Frau wie die weit schwerer verletzteTochter suchte, sagte ein zufällig anwesender Arzt:Am schlimm-sten wird es mit dem Manne noch werden; er warungeheueraufgeregt.

Sehr bald nachher bemerkte der Kranke, daß eine wesentlicheVeränderung mit ihm vorgegangen war. Wie er uns mit einergewissen Beredsamkeit schildert, war er sehr vergeßlich; nament-lich auf Personen konnte er sich gar nicht mehr besinnen. Erfühlte sich immer müde und abgespannt, schlief schon vormittagsim Zimmer ein, mußte sich sehr anstrengen, um den Reden derUmgebung folgen zu können, besonders in größerer Gesellschaft.Infolgedessen sah er sich genötigt, seine Ehrenämter aufzugeben,da er keinen Sitzungen mehr beiwohnen konnte. Auch im Wirts-hause hielt er es nicht mehr aus; ihm wurde sofort schlecht; ermußte hinaus und nach Hause.

Sehr viel mußte er an den Unfall denken und mit seinen An-gehörigen darüber sprechen. Namentlich bekümmert ihn auch dieSorge um seine und seiner Familie Zukunft, da der Rechtsstreitmit der Eisenbahnverwaltung über die Entschädigung noch schwebt.Seine Arbeitsfähigkeit ist jetzt empfindlich herabgesetzt. Ihm istzwar in seiner Werkstatt am wohlsten, aber er kann nicht langehintereinander fortarbeiten, hat auch nicht die Kraft und Sicher-heit mehr in seinen Händen, die für seinen Beruf nötig ist. ZumVerkehr mit anderen Leuten, zu geistiger Beschäftigung hat erkeine rechte Lust mehr, da ihn alles anstrengt und gemütlichangreift. Das Lesen wird ihm schwerer, als früher; es treten baldKopfschmerzen auf, und die Augen fallen ihm zu. Beim Sprechenhat er häufig die Empfindung, als ob ihm etwas in der Kehlestecke. In der Tat stockt der Kranke vielfach mitten im Worte.Auch im Gehen ist er behindert; es tritt leicht Herzklopfen auf,auch Rückenschmerz und starkes Schwitzen. Oft hat er das Gefühl,als müsse er hinfallen, kann nicht mehr auf einen Stuhl steigen,weil ihn sofort die Angst vor dem Fallen schreckt. Die Stimmungdes Kranken ist im Zusammenhänge mit allen diesen Störungensehr gedrückt.

Die körperliche Untersuchung des kleinen, wohlgenährtenMannes ergibt lebhaftes Zittern der Augenlider beim Augenschlusse,Zittern der Zunge, leichten Strabismus, schlaffe Gesichtszüge, Her-