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XXIV. Vorlesung.
drohend. Er beschäftigt sich nicht viel, führt aber einfache Arbeiten,die man ihm aufträgt, sorgfältig, wenn auch überaus langsam, aus.Sehr bemerkenswert sind bei seinem bedeutenden SchwachsinnZeichnungen, die er nach farbigen Abbildungen von Tieren undPflanzen angefertigt hat. In denselben ist jeder Strich der rechtnaturwahr durchgeführten Bilder mit solcher Sorgfalt und Treuewiedergegeben, daß es unmöglich erscheint, die Zeichnungen vonden Vorlagen zu unterscheiden. Als wir aber dem Kranken dieAufgabe stellten, ganz einfache Diagramme nach gegebenen Zahlenzu entwerfen, erwies er sich als durchaus unfähig für die Erledigungdieser, eine gewisse Selbständigkeit erfordernden, sonst aber unge-mein einfachen Arbeit.
Daß unser Kranker an Epilepsie leidet, wird durch die bis indie früheste Kindheit zurückreichenden, in ziemlich regelmäßigenZwischenzeiten wiederkehrenden, allmählich häufiger werdendenKrampfanfälle dargetan. Daneben traten leichtere Schwindelan-fälle lind in den letzten Jahren Dämmerzustände auf, die vollkommenden bei der Epilepsie bekannten Bildern entsprechen. Ungewöhn-licher sind die Zustände schlaffer Benommenheit, die ohne Berück-sichtigung des Gesamtbildes leicht als hysterische hätten aufge-faßt werden können. Auch die Analgesie würde sich anscheinendeiner solchen Deutung gut einfügen, zeigte aber nicht die bei derHysterie gewöhnliche örtliche Umgrenzung.
Endlich hat sich bei unserem Kranken im Laufe der Jahre einezunehmende, eigenartige Verblödung entwickelt, die sich von denuns bisher bekannten Endzuständen ungeheilter Geistesstörungenwesentlich unterscheidet. Sie ist gekennzeichnet namentlich durchdie geistige Schwerfälligkeit und Unbeholfenheit bei vollkommenerErhaltung der Besonnenheit und Ordnung des Denkens außerhalbder Anfälle. Dazu kommt eine außerordentliche Einengung desGesichtskreises, innerhalb dessen sich die Kranken jedoch leidlichzurechtzufinden vermögen. Dieses Verhalten steht im Gegensätzezu den Endzuständen der Dementia praecox, bei denen oft er-hebliche Bruchstücke höherer Bildung nachweisbar sind, währenddoch die Fähigkeit zu den einfachsten geistigen Leistungen ver-nichtet erscheint. Die Mangelhaftigkeit des Gedächtnisses hat beiunserem Kranken zu einer weitgehenden Verarmung des Vor-stellungsschatzes geführt. Dabei sind aber, anders als in der