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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Endzustände der Paralyse.

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berührten Möglichkeit eines Stillstandes oder gar einer Heilungdes Leidens praktisch zu rechnen. Dagegen erleidet diese unseretrübeVorhersage durchaus nicht selten Schiff bruch an diagnostischenIrrtümern. Wir haben schon eine Reihe von ausgebreiteten Rinden-erkrankungen erwähnt, die im Leben mehr oder weniger täuschenddas klinische Bild der Paralyse nachahmen können. Außer ihnengibt es aber höchst wahrscheinlich auch noch manche uns bisherunbekannte Krankheitsvorgänge, die bei größter Ähnlichkeit derErscheinungen doch einen ganz anderen Verlauf nehmen, als dieParalyse. Die Führung bei der Entscheidung dieser Fragen hatdie pathologische Anatomie zu übernehmen.

Sie lehrt uns jetzt, daß der Paralyse weit ausgedehnte Zer-störungen aller wichtigen Rindenbestandteile zugrunde liegen, derZellen, der Fasern und, wie es scheint, auch der grauen Grund-substanz zwischen den Zellen, ferner eine starke Vermehrung derGlia, Gefäßneubildung, Einlagerung von Plasmazellen in dieLymphscheiden der Gefäße, Auftreten zahlreicher Stäbchenzellen.Das Endergebnis ist eine Schrumpfung der Hirnrinde mitmehr oder weniger vollständigem Untergange derjenigen Ge-websteile, die wir als die Träger der Seelenvorgänge betrachten.Außerdem aber breiten sich die krankhaften Veränderungenüber viele andere Teile des Gehirns, die großen Basalganglien,die Nervenkerne und selbst das Rückenmark aus, wo vorzugsweisedie Seiten- und Hinterstränge beteiligt erscheinen. Endlich werdenauch die weichen und harten Hirnhäute sowie wahrscheinlichnoch eine ganze Reihe von Organen des Körpers in Mitleiden-schaft gezogen, doch sind über diesen letzten Punkt unsere Kennt-nisse bisher sehr unvollkommen.

Das Gesamtbild aller dieser Veränderungen darf als derartigkennzeichnend für die Paralyse angesehen werden, daß es gelingt,auf Grund der anatomischen Untersuchung einerseits einer Reihevon Krankheitsbildern alsatypische Paralysen zu erkennen, diewegen ungewöhnlicher Ausbreitung der Veränderungen klinischsehr wesentlich von den bekannten Erscheinungsformen abweichen.Andererseits sind wir nunmehr auch imstande, aus dem Sammel-begriffe der Paralyse vom anatomischen Standpunkte aus allenicht wesensgleichen Beimischungen auszuscheiden. Die klinischeAbgrenzung ist hier allerdings einstweilen vielfach noch unsicher,