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XIV. Vorlesung.
psychischen Leistungen bedeuten, aber der Rückbildung zugänglichsind. Eine derartige akute Demenz glaubten wir im Anfänge voruns zu haben. Ich habe mich jedoch im Laufe der Zeit mehr undmehr davon überzeugt, daß die meisten der als akute Demenzbezeichneten Fälle dem Gebiete der Katatonie, manche auch dem-jenigen des manisch-depressiven Irreseins angehören. Was übrigbleibt, sind infektiöse Schwächezustände nach akuten Krankheiten,die natürlich eine besondere klinische Stellung beanspruchen.Unter diesen Umständen halte ich die Diagnose der akuten Demenzüberhaupt nicht mehr für angebracht und habe sie auch im vorlie-genden Falle aufgegeben; die weitere Entwicklung des Krankheits-bildes hat dann in der Tat keinen Anlaß geboten, eine andereDiagnose zu stellen, als diejenige der Katatonie.
Aus der Vorgeschichte des Falles ist nunmehr nachzutragen,daß der Vater unserer Kranken an Epilepsie gelitten haben soll.Sie selbst war geistig und körperlich gut veranlagt, heiratete vor4 Jahren und erlitt in der ersten Schwangerschaft vor 3 Jahreneinen Schlaganfall, infolgedessen sie ohne Störung der Sprache einVierteljahr rechtsseitig gelähmt war. Das Kind wurde mit 7Monatentot geboren. Ein zweites Kind starb mit 3 / 4 Jahren an Krämpfen.Die jetzige Geistesstörung begann bei der Kranken in der letztenZeit der dritten Schwangerschaft. Sie hörte auf, zu sprechen,kümmerte sich um nichts mehr recht, wollte aus dem Hause fort-laufen. Zugleich äußerte sie Angst, meinte, man wolle sie tot-machen, hörte sich rufen. Sie machte allerlei sonderbare Bewe-gungen, aß und schlief schlecht, wurde ganz stumm.
Bei der vor einem Jahre erfolgten Aufnahme in die Klinik warsie besonnen, gab aber fast gar keine Auskunft, lag teilnahmlosund ohne gemütliche Schwankungen im Bette, befolgte einfacheAufforderungen rasch und bot ausgeprägte wächserne Biegsamkeitdar. Am dritten Tage erfolgte ohne Schwierigkeit die Geburt einesgut ausgetragenen Knaben. Die Kranke verhielt sich dabei völliggleichgültig, leugnete nachher, geboren zu haben, kümmerte sichnicht um das Kind. In den nächsten Wochen wurde sie zunächstganz stuporös, dann allmählich etwas erregt, lief herum, drängtesinnlos fort, entkleidete sich. Zugleich verweigerte sie die Nah-rung, fing an zu speicheln, wurde unsauber, stand den ganzen Tagan der Türe, bis ihr die Füße anschwollen, stieß rhythmisch mit