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XI. Vorlesung.
Verschluß befindliches Checkbuch, um ihn zur Unterzeichnung zuzwingen, verschwanden aber auf sein Schreien. Sodann öffnetesich die Wand, und ein langer Zug kam ins Zimmer, voran ein„Präsident“ in goldstrotzender Uniform, dessen Tochter festlichihre Verlobung feierte, bei der Wein nicht gespart wurde. Auchdem Kranken wurde angeboten; er beschwerte sich beim Präsi-denten über den Einbruch in sein Haus, worauf dieser zusehendskleiner wurde und in der Wand verschwand. Er kam aber mit Weinund anderen Herrlichkeiten wieder, bot sie als Entschädigung anund lud den Kranken zu einem Konzerte ein. Das Gelage endete;die ganze Gesellschaft verschwand, und eine Stimme forderte zumBesuche des Konzerts auf, wohin der Kranke mit einem Begleiterdurch die Luft ritt. Im Konzertsaale war es völlig dunkel; Musikertönte durch ein langes Pendel. Für den Kranken wurde eineSammlung veranstaltet, die 740 Mark und einige Brillantringe undUhren ergab, doch brannte jemand mit dem Gelde durch, woraufihm der Präsident den Tod schwor und versprach, am nächstenMorgen alles zu schicken. Nun wandte sich der Kranke, der auchnoch ein eingeschlichenes Liebespärchen in seiner Wohnung ent-deckte, an die Polizei, die ihn der Klinik zuführte.
Über diese seine Erlebnisse berichtet der Kranke in halb ver-legener, halb belustigter Stimmung; dazwischen weint er, weil ernach Hause in sein Geschäft müsse. Von der Wirklichkeit dergeschilderten Vorgänge scheint er noch überzeugt zu sein. Eineleichte Unruhe ist auch an ihm deutlich. Körperlich ist starkesZittern der gespreizten Hände, eine gewisse Unsicherheit beimSprechen, Kleinheit und schlechte Reaktion der Pupillen zu be-merken, doch sind letztere Störungen wohl auf den starken Opium-gebrauch zurückzuführen, der in den Krankheitstagen stattgefundenhat. Die Leber ist vergrößert; im Harn findet sich Zucker.
Eine Reihe von Zügen, die wir im vorigen Falle kennen gelernthaben, begegnet uns bei diesem Kranken wieder, die eigentümlichabenteuerlichen, traumhaften Erlebnisse, die außerordentlichesinnliche Deutlichkeit der Sinnestäuschungen, die halb ängstliche,halb humoristische Stimmung, die Unruhe, das Zittern. Dagegenist der Kranke zurzeit örtlich und sachlich orientiert. Das scheintwährend des Krankheitsverlaufes meist der Fall gewesen zu sein,zeitweise aber auch nicht, z. B. während des deliriösen Konzertes.