Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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Ich saß da ohne Schatten und ohne Geld; aber ein schweresGewicht war von meiner Brust genommen, ich war heiter. Hätteich nicht auch meine Liebe verloren, oder hält' ich mich nur beideren Verlust vorwurfsfrei gesuhlt, ich glaube, ich hätte glücklich seinkönnen ich wußte aber nicht, was ich anfangen sollte. Ichdurchsuchte meine Taschen und fand noch einige Goldstücke darin;ich zählte sie und lachte. Ich hatte meine Pferde unten iinWirthshause, ich schämte mich, dahin zurückzukehren, ich mußte wenig-stens den Untergang der Sonne erwarten; sie stand noch hoch amHimmel. Ich legte mich in den Schatten der nächsten Bäume undschlief ruhig ein.

Anmuthige Bilder verwoben sich mir im luftigen Tanze zueinem gefälligen Traum. Mi na, einen Blumenkranz in den Haaren,schwebte an mir vorüber, und lächelte mich freundlich an. Auchder ehrliche Bendel war mit Blumen bekränzt, und eilte mitfreundlichem Gruße vorüber. Viele sah ich noch, und wie michdünkt, auch Dich, Chamisso, im fernen Gewühl; ein Helles Lichtschien, es hatte aber Keiner einen Schatten, und was seltsamer ist,es sah nicht übel aus, Blumen und Lieder, Liebe und Freude,unter Palmenhainen. Ich konnte die beweglichen, leicht ver-wehten, lieblichen Gestalten weder festhalten noch deuten; aber ichweiß, daß ich gerne solchen Traum träumte und mich vor dem Er-wachen in Acht nahm; ich wachte wirklich schon, und hielt noch die