II.
Ich kam endlich wieder zu Sinnen, und eilte, diesen Ort zuverlassen, wo ich hoffentlich nichts mehr zu thun hatte. Ich füllteerst meine Taschen mit Gold, dann Land ich mir die Schnüre desBeutels um den Hals fest, und verbarg ihn selbst auf meiner Brust.Ich kam unbeachtet ans dem Park, erreicbte die Landstraße undnahm meinen Weg nach der Stadt. Wie ich in Gedanken demThore zu ging, hört' ich hinter mir schreien: „Junger Herr! he!junger Herr! Horen Sie doch!" — Ich sah mich um, ein altesWeib rief mir nach: „Sehe sich der Herr doch vor, Sie habenIhren Schatten verloren." — „Danke, Mütterchen!" ich warf ihrein Goldstück für den wohlgemeinten Rath hin, und trat unter dieBäume.
Am Thore mußt' ich gleich wieder von der Schildwacht hören:„Wo hat der Herr seinen Schatten gelassen?" und gleich wiederdarauf von ein Paar Frauen: „JesuS Maria! der arme Mensch hatkeinen Schatten!" Das fing an mich zu verdrießen, und ich ver-mied sehr sorgfältig, in die Sonne zu treten. Das ging aber nichtüberall an, zum Beispiel nicht über die Breitestraße, die ich zunächstdurchkreuzen mußte, und zwar, zu meinem Unheil, in eben derStunde, wo die Knaben aus der Schule gingen. Ein verdammterbuckeliger Schlingel, ich seh' ihn noch, hatte es gleich weg, daß mirein Schatten fehle. Er verrieth mich mit großen: Geschrei dersäinmtlichen literarischen Straßenjugend der Vorstadt, welche sofortmich zu rezensiren und mit Koth zu bewerfen anfing. „Ordentliche