Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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An

meinen alten Freund Peter Schlcmihl.

Da fällt nun deine Schrift nach vielen ZährenMir wieder in die Hand, und wundersam!

Der Zeit gedenk' ich, wo wir Freunde waren,

Als erst die Welt uns in die Schule nahm.

Ich bin ein alter Mann in grauen Haaren,

Ich überwinde schon die falsche Scham,

Ich will mich deinen Freund wie eh'mals nennenUnd mich als solchen vor der Welt bekennen.

Mein armer, armer Freund, cs hat der SchlaueMir nicht, wie dir, so übel mitgespiclt;

Gestrcbet Hab' ich und gehofft ins Blaue,

Und gar am Ende wenig nur erzielt;

Doch schwerlich wird berühmen sich der Graue,

Daß er mich jemals fest am Schatten hielt;

Den Schatten Hab' ich, der mir angeboren,

Ich habe meinen Schatten nie verloren.

Mich traf, obgleich unschuldig wie das Kind,

Der Hohn, den sie für deine Blöße hatten.

Ob wir einander denn so ähnlich sind?!

Sie schrie'n mir nach: Schlemihl, wo ist dein Schatten?II. 16