Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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Adelbert's Fabel.

Adelbert merkte, als er erwachte, er müsse lange geschlafen ha-ben; er rieb sich die Augen, die sich nicht recht dem Lichte öffnenwollten, und den Kopf, der ihm ganz wüste war; er besann sichendlich doch der Absicht, die er gehabt hatte: auf die weite müh-selige Wanderung auSzugehen, um die Welt zu erschauen, sich selbstin ihr, sodann nachzudenken, und zu begreifen, falls er's vermöchte-,denn diese Dinge reizten ihn. Er sah den weißen Wanderstab ne-ben sich liegen, wollte den ergreifen, sich aufraffen und unverdrossenweiter ziehen, aber der Winter war angebrochen und es war kalt;es hatte gefroren während seines Schlafes, und so fand er, daß seinStab und seine Kleider und er selbst fest eingefroren waren an demBoden, so daß er sich nicht zu regen vermochte; die Hände nur, dieans seiner Brust geruht hatten, waren ihm frei geblieben. Durchdie Zweige des Baumes, unter dem er lag, die nackt waren undihres grünen Schmuckes beraubt, ging ein düstrer Nebelwind, daßsie unholden Klanges an einander rauschten; es ist doch seltsam,dachte Adelbert; und er schlummerte wieder ein.

Adelbert schlummerte ein, und ward wach, und schlummertewieder, und ermunterte sich aufs Neue; hinter ihm (er lag gegenNorden hingestreckt) ging die Sonne auf, und ging nieder, und eswechselten die Monde, und die Jahre vergingen: er aber lag immernoch fest angefroren an dem Boden, und über seinem Haupte rausch-ten blätterlos die dürren windgeschlagenen Aeste des Baumes.Auch hatten sich rings um ihn, so weit er sehen konnte, Mauern