174
Aus den Tod von Otto von Pirch.
Wen birgt da unten tief die schwarze Truhe,
Die von dem Fall der Erde dumpf erschallt?
Sagt, welchen Müden legt ihr da zur Ruhe? —Von Pirch. — Ihr lügt! gar lebensfreudig wallt,
Ich sah ihn gestern noch im TageSscheine,
Die kräft'ge, jugendstrahlende Gestalt. —
Da liegt er bleich und kalt im engen Schreine. —
Er sollt' es sein?! — Er ist's, den wir begraben. —Der Edle, Tapfre, Weise, Fromme, Reine!
Er, welchen schmückten alle höhern Gaben,
Den wir ein Muster aller TüchtigkeitGeehrt vor allen und geliebet haben.
Er, den in dieser dünkelhaften Zeit
Der Reiz der Demuth zierte wunderbar,
Dem Bessern stets zu huldigen bereit.
Der wie ein Held, der wie ein Kind auch war,
Der . . . . O mein Pirch! du bist dahin gegangen,Ich aber schüttle noch mein greises Haar.
Dein klares Aug' und deine frischen Wangen,
Dein Bild wird, der Vergänglichkeit entrafft,
Stets jugendhell vor meiner Seele prangen.
Das Alter aber zehrt an meiner Kraft,
Der Lenz erweckt in mir den alten nicht,
Da prüf' ich mich, da fühl' ich mich erschlafft.
Es zieht ein Nebelflor vor mein Gesicht,
Von meinem Ohr entfernen sich die Töne;
Ich merke, wie der Bau zusammenbricht.