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2 (1864)
Entstehung
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Nun trat die Pracht der Sonne selbst hervor,

Die Freude noch in wunde Herzen senkt;

Ich richtete zu ihr den Blick empor.

Ein Schiff! ein Schiff! mit vollen Segeln lenktEs herwärts seinen Lauf, mit vollem Winde;

Noch lebt ein Gott, der meines Elends denkt!

O Gott der Liebe, ja du strafst gelinde,

Kaum Hab' ich dir gebeichtet meine Reu',

Erbarmen übst du schon an deinem Kinde.

Du öffnest mir das Grab und führst aufs neu'

Zu Menschen mich, sie an mein Herz zu drücken,

Zu leben und zu lieben warm und treu.

Und oben von der Klippe höchstem Rücken,

Betrachtend scharf das Fahrzeug, ward ich bleich,Noch mußte mir bemerkt zu werden glücken.

Es wuchs das hergetrag'ne Schiff, zugleichDie Angst in meinem Busen namenlos;

Es galt des Fernrohrs möglichen Bereich.

Nicht Rauch! nicht Flaggentuch! so bar und bloß,

Die Arme nur vermögend auszubreiten!

Du kennst, barmherz'ger Gott, du fühlst mein Loos!

Und ruhig sah ich her das Fahrzeug gleiten

Mit windgeschwellten Segeln auf den Wogen,

Und schwinden zwischen ihm und mir die Weiten.

Und jetzt—! es hat mein Ohr mich nicht betrogen,

Des Meisters Pfeife war's, vom Wind getragen,

Die wohl ich gier'gen Durstes eingesogen.

Wie wirst du erst, den seit so langen TagenEntbehrt ich habe, wonnereicher LautDer Menschenred', ans alte Herz mir schlagen!

Sie haben mich, die Klippe doch erschaut,

Sie rücken an die Segel, im Begriff

Den Lauf zu ändern. — Gott, dem ich vertraut!