337
C h i o s.
1 .
Der Dichter.
„Auf! wach' auf! entsetzlich müssenFieberträume dich erschrecken,
Krampfhaft stöhnst du, — laß mit KüssenDich dein treues Weib erwecken." —
Dank dir, Weib; verscheuchst die bangenTräume, hegst mich traut umfangen,
Und noch starrt mein Haar empor;
Noch, wohin die Blicke schweifen,
Seh' ich blut'ge Leichen schleifen,
Schwebt der Gräuel Bild mir vor.
Dieses Buch*) — es ist vergebens!
Laß an deiner Brust mich weinen,
Nimmer wird die Lust des LebensWieder lächelnd mir erscheinen.
Chios, blüh'nder Friedensgarten,
Weh'! du unterliegst dem harten,
Dem entmenschten Blutgericht;
Deine neunzig tausend BürgerSind erwürgt, es zürnt der Würger,
Daß an Opfern es gebricht.
*) Pouqueville's Geschichte der Wiedergeburt Griechenlands VI. Buch.
I. 22