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— nämlich wie der Stiftsprediger — zum teil auch zu üben“und den der Erzbischof deshalb aus der Stadt zu weisen be-fiehlt, „irgend etwas Aufrührerisches anspiunen“ p. Auf derRückreise aber, im Mai 1527, wurde Winkler, nur 2 Meilenvon Aschaffenburg entfernt, meuchlings ermordet 1 2 ). Gewisskann man Albreclit keine Schuld an dem Morde beimessen;doch nannte man seine Räte, die Mainzer Domherrn, als dieAnstifter der Blutthat, ja es fehlte damals doch auch nicht ansolchen, die Albreclit selbst für den Urheber hielten 3 ). Aufalle Fälle aber musste die That, zumal sie in Dunkel gehülltwar und allerhand Gerüchten Spielraum liess, das Volk gegendie Widersacher seines geliebten, tief betrauerten Predigers,gegen die Vertreter des alten Glaubens erbittern, währendes sich der Lehren des Verstorbenen um so lebhafter er-innerte. So galt auch für die lutherische Kirche das alteWort der Christenverfolgungen: sangnis martyrum seinenecclesiae. Umsonst war es, dass Albreclit seinen Räten denBefehl zugehen liess, man solle niemandem das Abendmahl
1) Schreiben Albreclits an Graf Botho v. Stolberg und die anderenMagdeburgischen Bäte, 5. Mai 1527, mitgeteilt von Erhard in LedebursAllg. Archiv II 261, danach Pranke S. SO.
2) Pranke 80 ff. Hertzberg' 61 ff. Köstlin, Martin Luther, II 113. —Die „Summarische besehreibung“ giebt fol. 27 folgende Darstellung: „Anno15 c und im 27 ten jhare schreyb der bischoff Albreclit . . . von Asschenborgkher, Georgen N. seynen predicanten ziv Hall im stiffte gantz freuntlichherreyn,“ er solle zu ihm kommen. „Der frome her Gorge“ macht sichMittwoch nach Palinarum (17. April) auf, „gesegenethe die von Halle zuvordes tags in seyner predigthe“. In Aschaffenburg war Albreclit ganzfreundlich gegen ihn gewesen. Als er aber auf der Rückreise noch nicht2 Meilen von „Asschenburgk“ entfernt ist, lässt ihn Albreclit erstechen„und gybt ilime den Ilion, das ehr so gantz getrewlich im ufrhur der hawernsein volck zw Halle in allen seynen predigtlien vormant und erhyeldt, daslceyn uffrhur gesehach“. In Halle, wohin die Kunde von seinem TodeDienstag nach Cantate (21. Mai) gelangt, erhebt sich grosses Trauern undWehklagen des Volks. — — Wenn Hertzberg S. 63 den 23. April alsWinklers Todestag angiebt, so steht dies in Widerspruch zu dem obenangeführten Briefe Albrechts vom 5. Mai, da Albreclit hier offenbar nochnichts von Winklers Ermordung weiss. Auch der 25. August, den Pranke(S. 82) dafür angiebt, scheint unrichtig: weshalb sollte Albreclit denPrediger, den er am 5. Mai bereits verhört hatte, so lange zu Aschaffenburgaufgehalten haben? Dagegen stimmen die Daten der „Summarischen be-schreibung“ sehr gut zu diesem Briefe, die Ermordung ist um Mitte Mai,nach dem 5. und vor dem 21., anzusetzen.
3) Wie der Verfasser der Summarischen Beschreibung. '