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S. Victors Haupt und vom Kloster U. L. Frauen am Neumarktzu Magdeburg „das Heiligtum von Simon, der unsern Herrn imTempel trug“, sowie „das Heiligtum von S. Erasnio“ für dieBurgkirche erlangt, was am Ostermontage des Jahres 1516„mit grossem Pompe eingeholet“ worden sei, während er dasübrige Heiligtum, das im Besitz jener Mönche war, im Jahre 1520habe nachholen lassen. Die beiden ersten Reliquien begegnenuns in einem Brustbild S. Victors des Liber Ostensionis (VI, 27.)und einem silbernen sanct Simonsbild des Heiligtumsbuclies(H. H. V, 13.), während das Heiligtum des Erasmus wohl indem silbernen S. Erasmus’ Bild — einer prächtigen Bischofs-gestalt in ganzer Figur — des Heiligtumsbuclies (H. H. VI, 36.)und einem schönen Sarg, mit köstlichen Perlen und vielenEdelsteinen gestickt, „dorinnen leydt der gantze korper dessheyligenn biscliofs und merterers Erasmi . . .“, des LiberOstensionis (VI, 6.) zu suchen ist. Dass der Leib des li. Erasmusbereits in der Burgkirche untergebracht sei, wird auch in derpäpstlichen Stiftungsbulle ausdrücklich erwähnt 1 ). Aber derErzbischof suchte auch das Haupt dieses Heiligen zu erlangen,das im Kloster Oliva in Preussen aufbewahrt wurde. In einemBriefe vom 8. Juli 1517 fordert er seinen MagdeburgisclienKanzler Lorenz Zocli auf, durch geeignete Mittelspersonen undeventuell auch durch Geldzahlungen — wohl Bestechungen —bis zur Höhe von 300 Gulden die Erreichung dieses Zieles zubewirken 2 ). Dass Albrechts Wunsch erfüllt wurde, geht daraus
1) Ludewig XI 429.
2) Albreclit (manu propria sübscripsit) an den Magdeburgisclien KanzlerLorenz Zcocli, dat. zcw Meintz auff sant Mertinsburg am tage Kilianianno etc. XVII: — Als ir uns ytzo die copey der gegeben Verschreibungobir unser behawsung Hornburg zcwgeschickt, haben wir dieselbten zcwsamptdoneben getlianen schreybeu vernommen und anfenglich den richtigen gutlienzcwstandt und haltnng der gots-dinste in unser kirchen zcw Halle, auchdas das sterben allenthalben nachgelassen und die procession an sandtErasmus tage [3. Juli] ehrlich [= ehrenvoll] gehalten, gerne erfahren.Als ir forder anzceigt, was ir mit dem apte zcur Czynna und HansenSiegels bruder sandt Erasmus hewpt halben gehandelt, und dascloster zcw der Olive sich nicht an unsern vetter den hohemeisterdewtzschordens in Prewssen, sunder mlier an die stadt Danntzig und denhorzcogen zcw Pommern, der anstossende grenitz halben halte etc.: dorauffist unser gnedigs beger, wollet nachmals niogelichen vleis furwenden unddurch Siegel ern Crystoffel Gross und andere, die zcw dieser sache dinstlichund ir tzw brauchen wisset, bey den jlieuen, so diess haudels zcw thun