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damals erst in den Mainzer Dom, und woher anders solltensie kommen als von Halle?
Ancli Schenitz hat in den 1520er Jahren dem CardinalTeppiche in den Niederlanden besorgt (auch ausser jenemFussteppicli vor dem hohen Altar), doch lassen sich die ein-zelnen Stücke nicht nachweisen J ).
Noch Bourdon hat, als er im Jahre 1727 die Kunstwerkeund Inschriften des Mainzer Domes verzeichnete, eine sein-schöne Teppichwirkerei im Westchore gesehen, die mit demreichen Wappen Albrechts eine Inschrift trug, wonach dasPrachtgewebe im Jahre 1522 für das Stift „ad velamen aureum“zu Halle angefertigt worden war 2 ).
Neben den Teppichen trugen besonders die zu den Best-zeiten aufgehängten Fahnen dazu bei, das Bild des Kirchen-innern noch farbenprächtiger zu gestalten. Der silberne Moritzim hohen Chore wird allerdings vermutlich seine Fahne dasganze Jahr hindurch in der Hand gehalten haben: wohl die-selbe Fahne, die aus Erzbischof Ernsts Nachlass stammte undin dessen Verzeichnis als „S. Moritz’ Fahne mit dem silbernenStabe“ aufgeführt wird, und die nachher Albrecht dem MainzerDomkapitel in seinem Testament vermacht, wo er sie als „eineganz goldene Fahne“ bezeichnet, „darinnen vexillum sanctiMauricii — als Reliquie — enthalten, mit silbernem durch-brochenem Stabe, oben ein silbernes vergoldetes Kreuz“ 3 4 ). AnFesttagen aber wurde auch dem Salvator auf dem Hochaltarein Fähnlein, mit Perlen bestickt, in den Arm gelegt, auf demHochaltar und dem Lettner wurden 4 Fahnen aufgesteckt,2 von schwarzem und 2 von rotem Sammet, die ersteren mitgoldenen Kreuzen bestickt, alle an silbernen und vergoldeten,von Kreuzen bekrönten Stäben, — auch sie wurden später demMainzer Dom vermacht 1 )- Ausser zwei roten Fähnlein mitden fünf Wundmalen Christi (Herz, Hände, Fiisse) führt unserInventar von 1525 noch JO weitere Fahnen, von Damast ge-
1) Beilage 20.
2) Schneider im Oorrespoudeuzhlatt 1876, S. 61.
3) Beilage 23, S. 100*, und Beilage 37, S. 166*. Noch ausführlicher istdiese Fahne beschrieben in dem Nürnberger Inventar, Mitteilungen aus demgerm. Nationalmuseum II 147.
4) Beilage 40. S. 191*. Beilage 17, S. 43*. Beilage 37, S. 166*.