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umfasste, in seiner ganzen Breite mit Teppichen behängt, derenmittelster von besonderer Grösse eine heilige Anna selbdritt(„S. Annen Geschlecht“) darstellte, während die übrigen, vonSüd nach Nord gerechnet, ausser einem Marienbild 8 Scenender Leidensgeschichte veranschaulichten: den Ölberg, dieGeisselung, die Dornenkrönung, den Fall Christi mit demKreuz auf der Propstseite, auf der Dechantenseite die Legendevon der Veronica, den Crucifixus, „das Vesperbild“ (Kreuz-abnahme, Beweinung oder Grablegung) ! ) und die Auferstehung.
— So haben wir noch im Jahre 1532, aus dem diese detailliertenAngaben stammen a ), ganz ebenso 35 Teppiche oder Gobelins
— die beiden kleinen inwendig am Lettner ungerechnet — anden Festtagen in der Kirche hängen.
Solche Teppiche wurden damals am besten, ja fast aus-schliesslich in den Niederlanden hergestellt. Wissen wir doch,dass auch Raffaels Cartons nach Brüssel gebracht wurden, umdort in Gewebe übertragen zu werden. So hat auch unsreTeppiche, wenn wir den schon vernommenen Versen des SabinusGlauben schenken dürfen, das belgische Volk mit kunstreicherNadel „gemalt“. Schon Albreclits Vorgänger, Erzbischof Ernst,giebt von 6 grossen gewirkten Teppichen, die er in seinemTestament von 1503 dem Magdeburger Domkapitel vermacht,an, dass er sie in den Niederlanden gekauft habe s ). Ausserdiesen hinterliess er noch eine Reihe anderer Teppiche, von
Masse auch schon ohne breite Westempore der Fall gewesen sein, da wir iniganzen westlichsten Joch der Kirche keine Fensteröffnung haben. Dazubemerken wir an den gegen einander gerichteten Seiten des vorletztenPfeilerpaares noch heute unterhalb der Statuen in der Mitte einer Rosetteeine Öse, in die etwa ein Eisenstab eingehakt werden konnte, an dem maudie an Messingringen befestigten Teppiche aufgehängt haben mag. („MessingeRinge zu den Teppichen“ werden in Hans Sclienitz’ Rechnung erwähnt,Beilage 9, S. 19*. — Ist unsre Annahme richtig, so hingen jene 4 Teppichean den Seiten des Mittelschiffs nicht zwischen den 5 freistehenden Pfeilern,sondern der erste war bereits zwischen dem Pfeiler des Lettners und demersten freistehenden Pfeiler aufgehängt u. s. f., sodass sich zwischen demvorletzten und letzten Pfeiler, also im vorletzten Joch, das mit zum Gangegehörte, kein Teppich mehr befand.
11 Otte, Kunstarchäologie I 540 (Darstellungen der am Abend auf denTod folgenden Scenen). Meist nur Maria, mit dem Leichnam Christi im Schosse.
2) Bamberger Breviar, Neue Mitteilungen XV, 35 ff.
3) Beilage 1. — Wahrscheinlich dieselben, die im Inventar des Nach-lasses Emsts, Beilage 22, S. 95*, erwähnt sind (sechs grossze tapett).