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ständig die Bauarbeiten übernommen hatte oder dass er inirgend einem Abhängigkeitsverhältnis zu Binder stand : ConradF o gel s b er g er. Dieser berichtet am 17. Juni an denCardinal über den dermaligen Stand des Baues an der Stifts-kirche Es handelt sich vor allem um das Dach der Kirche.Dieses war teilweise — vorläufig „bis zum Chor“, also amLanghause — abgetragen worden: jetzt ist es gerichtet, dieDachbalken sind mit Latten beschlagen und schon sind auchdie Ziegel eingehängt. Die „Kehlen“, die durch das Zusammen-treffen der kleinen Satteldächer der Giebel, welche dem Haupt-dach vorgeschoben sind, mit eben diesem grossen Kirchendachentstehen, sind interimistisch durch Bretter verwahrt, um dieGewölbe, gegen Regen zu schützen, doch soll sie demnächstder Zimmermann vollenden. Ein Maurerpolier legt die Ab-deckungsplatten der Strebepfeiler und lässt die hölzernenDachrahmen, die an der Traufe liegen, untermauern. Er legt„den Sims“ — gemeint ist doch wohl, da auch an der Pfeiler-daclmng gearbeitet wird, der unmittelbar über den Strebe-pfeilern sich hinziehende Hauptsims — und lässt bereits dieFrontmaueru der Giebel aufführen. Der Zimmermann aber„richtet an der kleinen Spitze“ : er stellt vermutlich das Gerüst,her zum Dach des kleinen Türmchens, des Dachreiters, derzwar jetzt verschwunden ist, doch ist bereits in den Statutendes Stifts von 1520 vom tinnitus campanellarum supra cliorum.vom Ertönen der Glöcklein über dem Chore, die Rede 8 ), undOlearius berichtet in seiner Chronik öS. 378). dass am 2. Januar1626 „das Thürmlein auff der Dom-Kirchen durch den grossenWind abgeworffen worden“ sei.
Es handelt sich hier also , wie aus dem „Abtragen“ desDaches deutlich genug hervorgeht, nicht um die Errichtungeines Daches über einem Neubau, sondern lediglich um einenReparatur- und Erweiterungsbau. Die schadhaften Plattenüber den Strebepfeilern, wahrscheinlich mit den dazugehörigenWasserspeiern, werden ebenso wie der Hauptsims erneuert, demhohen Satteldach der Kirche aber wird eine Reihe von Giebelnvorgelegt, die ebenfalls mit einem Satteldach sich an das alteKirchendach anlehnen . vorn jedoch mit einer rechteckigen
1) Beilage 15.
1) Dreyliaupt I S. 899.