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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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iwr doch auch in andern Dominikanerkirchen einen Lettner: indem nicht weit entfernten Erfurt ist er noch vollständig er-halten 1 ), und in der Pauliuerkirche zu Leipzig sind wenigstensnoch Reste davon zu sehen 2 ). Aber auch für unsre Kirchewird eines Lettners mehrfach bei Gelegenheit Erwähnung ge-than, so in dem später zu besprechenden Inventare von 1525 3 4 )und in dem von P. Wolters veröffentlichten Breviarium derStiftskirche zu Halle vom Jahre 1532, das jetzt in der Biblio-thek zu Bamberg auf bewahrt wird V. Und nicht genug: auchnoch an dem heutigen Zustande der Kirche können wir seinenSpuren nachgehen: die später an allen Pfeilern angebrachtenApostelfiguren sind an jenem zweiten Pfeilerpaare ein wenig-höher befestigt 5 ).

Da sich* jene Stufe auch über die Seitenschiffe mit er-streckte, wird gewiss auch ihr östlicher Teil durch steinerneoder wenigstens eiserne Schranken vom übrigen Schiff abge.trennt gewesen sein, wie andrerseits vermutlich zwei Mauerndiese Seitenschiffteile von dem nur das Mittelschiff' einnehmendenVorchore schieden. Es finden sich noch an der Ostrvand derSeitenschiffe in der Verlängerung der Seitenwinde des Chor-hauptes , also in der Richtungslinie der Pfeiler, beiderseitig-langgestreckte rauhe Stellen, w r ie wenn hier früher Mauer-ansätze gewesen wären. Freilich ist an keinem der Pfeilerauch nur eine Spur davon zu bemerken, doch ist immerhinbei dem dicken Bewurf, mit dem die Pfeiler wie auch dieWände überkleidet sind, ein Verdecken solcher Spuren nicht

1) Beschreibende Darstellung- der älteren Bau- und Kunstdenkmäler derProv. Sachsen, XIII. Heft: Erfurt, bearbeitet von Freih. v. Tettau, Halle1890, S. 151. 152. Wenn der Verfasser S. 143 dieBorkirche mit demLettner identificiert und deshalb die Entstehung- des letzteren erst in dasJahr 1410 verlegt, so beruht dies wohl auf einem Irrtum, da unter Bor-oder Porkirche die Emporkirche, die Empore, zu verstehen ist; diese wird1410, der Lettner aber gleich bei Erbauung der Kirche entstanden sein,zumal er von demselben Verfasser S. 152 als frükgotisch bezeichnet wird..

2) Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmälerdes Königreichs Sachsen, 17. Heft: Stadt Leipzig, bearbeitet von CorneliusGurlitt; Reste des Lettners sind abgebildet auf S. 00 (Abb. 82).

3) Beilage 17, S. 52*. '

4) Neue Mitteilungen, hrsg. vom thüringisch-sächsischen Verein fürErforschung des vaterländischen Altertums, XV, S. 25. 36. 37.

5) Albertz (S. 44) hatte dies nur am nördlichen Pfeiler bemerkt undvermutete daher hier den Standort der ehemaligen Kanzel.

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