Druckschrift 
Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Erstes Kapitel.

Die Gründung des Stifts, seine Verfassung und Verwaltungbis zum Ausgang der 1530er Jahre.

1 .

Die Gründung.

Bereits Albreclits Vorgänger auf dem Magdeburger Erz-stulile trug sich mit dem Plane, in Halle ein Collegiatstift zuerrichten. Es war Erzbischof Ernst aus dem Stamme derWettiner, ein Bruder Friedrichs des Weisen, ein gar kunst-sinniger Fürst: bekanntlich liess er sich von Peter Vischerjenes grosse herrliche Grabmal bei seinen Lebzeiten (1497)errichten, das wir noch heute in der Marienkapelle zwischenden Türmen des Magdeburger Doms bewundern. Unter diesemsächsischen Prinzen nun gelang es durch den Verrat desSchusters und Ratsmeisters Jacob Weissack, im Jahre 1478die Stadt Halle gänzlich in die Gewalt des Erzbischofs zubringen, trotz heftigen Widerstandes namentlich seitens derAristokratie Halles, der Pfänner 1 ). Obwohl Erzbischof Ernstdie bedeutendsten derEmpörer, wie er seine Gegner nannte,aus der Stadt entfernte, so fühlte er sich doch der Einwohner-schaft nicht sicher und beschloss, auf einer Erhöhung an derSaale dicht an der Stadt eine stark befestigte Burg (arxmunitissima) zu errichten, die er zu Ehren seines Schutzpatronsdie Moritzburg nannte 2 ) und deren Trümmer uns noch ihren

1) Hertzberg, Geschichte der Stadt Halle a. d. Saale I 474 ff.

2) Diese Nachrichten beruhen auf eignen Aussagen des ErzbischofsErnst in einem Briefe an seinen Gesandten zu Rom, Ludewig, Reliquiaemanuscriptorum diplomatum XI 414 ff. Der Grundstein soll am 25. Mai1484 gelegt sein (Hertzberg I 500). Ein zum Lobe der Burg gedichtetesund an derselben auf einer Tafel zu lesendes Epigramm hat uns Paul Lange

1 *