Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.
787
e. Papiermaschinen.
Es waren zwei completePapiermaschinen ausgestellt, nämlich: vonG. Sigl in Berlin, bestimmt für die Holzstoff- und Papierfabrik zuSchlema hei Schneeberg, und vonEscher, Wyss & Co. in Zürich, für diePapierfabrik-Actiengesellschaft zu Dachau bei München erbaut.
Beide Maschinen sind zur Anfertigung feinster Papiersorten ein-gerichtet, haben eine Arbeitsbreite von circa 1'8 m.
Die Papiermaschine von G. Sigl enthält in der Nasspartie eingegen 12m langes Metalltuch und ist 'mit zwei eisernen Saugappara-ten versehen. Die kupfernen Registerwalzen von 50 mm Durchmesserhaben Stahlzapfen und laufen in stellbaren Lagern von harten Metal-len. Die Schüttlung wird vermittelst eines stabil construirten Schüt-telapparates , der durch Frictionsscheiben betrieben wird und dessenGeschwindigkeit auch während des Betriebes verändert werden kann,bewirkt. Im Auflaufgestelle sind zwei metallene Knotensiebe mit ge-frästen metallenen Durchlaufsplatten angebracht. Die Schüttelwellender Knotensiebe liegen unten im Gestelle und werden von unten be-wegt. Das Stoffschöpfrad ist mit dem Wasserschöpfer combinirt, undeine kleine mit Ventil und Schwimmer versehene Vorbütte ist behufsRegulirung des Stoffzulaufes mit dem Schöpfrade in Verbindung ge-bracht. Ausserdem ist am Schöpfrade für die Regulirung des Stoff-zuflusses -ein verstellbarer Schieber angeordnet.
An der Papiermaschine von Escher, Wyss & Co. ist bei derNasspartie ein kürzeres Metalltuch angewendet. Im Auflaufgestellwaren drei Knotenfänger angebracht, deren Bewegung ähnlich wie beiSigl erfolgte. Die Bewegungstheile und das ganze Auflaufgestell sindstärker, viel massiver construirt. Stoffschöpfer und Wasserschöpfersind gänzlich von einander getrennt. Das Schüttelwerk kann durchRiemenconusse mit verschiedener Geschwindigkeit bewegt werden. DieRegisterwalzen (von ähnlicher Breite wie bei Sigl) haben circa 80 mmDurchmesser. Es sind drei Saugeapparate angebracht. Es waren dieNasspartien beider Maschinen sehr sorgfältig gearbeitet.
In der Presspartie der Sigl’schen Maschine befinden sich guss-eiserne, gut geschliffene, in seitlich offenen, starken Ständern gelagerteWalzen von circa 300 mmDiameter, welche Einrichtung das Einziehender Filze wesentlich erleichtert. Die obere Walze kann durch eineSchraube um etwas gehoben werden. An allen Presswalzen sind mecha-nisch bewegliche Schaber angebracht.
Die Presspartie der Maschine von Escher, Wyss & Co. hathinsichtlich der Lage und der Dimension der Pressen mit der Sigl’-schen Aehnlichkeit. Die sehr stabil construirten Presswalzenständer
50 *