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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.
Ein anderer Uebelstand beruht in der unvollkommenen Sortirungder Lumpen. Die Classification dieses Materials findet oft, und nament-lich jetzt, nur unvollständig nach den handelsüblichen Systemen statt.Jede Fabrik muss deshalb ein sehr sorgfältiges Nachsortiren der Hadernvornehmen, wobei sich dann nur zu oft. herausstellt, dass bessere Gat-tungen mit geringeren Qualitäten in reichlichem Maasse-vermischt sind.Der Fabrikant ist daher gegenwärtig öfter gezwungen, die für seineProductionen nicht geeigneten aussortirten Lumpen durch Verkauf zuverwei'then, oder die Fabrikation mehrerer Papiersorten zu betreiben.
Durch das Schwanken der Preise der Hadern, durch die Unsicher-heit des Bezuges derselben und ihre häufige Ungleichförmigkeit wirdeine sichere Calculation der Kosten des Fabrikates wesentlich erschwert.
Ausserdem hat die Verarbeitung der Lumpen überhaupt mancherleiSchwierigkeiten. Es ist das Sortiren, Zerkleinern und Vorbereitenderselben eine unangenehme, wegen der grossen Menge von Staubzuweilen gesundheitsschädliche Operation; die Arbeiter leiden mitunteran dem sogenannten Lumpenfieber, und dem Fabrikanten erwachsenaus diesem Umstande zuweilen erhebliche Unannehmlichkeiten.
Das Sortiren der Lumpen erfordert grosse Arbeitsräume, derenMiethswerth in grösseren Städten in Betracht kommt; desgleichen sindgrosse Käume zum Auf bewahren der Vorräthe erforderlich.
Endlich noch erheischt die Verarbeitung der Lumpen zu Papier-stoff einen namhaften Kraftaufwand: ein Holländer, welcher in achtStunden circa 150 Pfund Papierstoff liefert, nimmt 8 bis 10 Pferdekräftein Anspruch, und ausserdem ist noch eine ansehnliche Arbeitskraft beidem Betrieb des Lumpenschneiders in Anschlag zu bringen.
Die vorgedachten Uebelstände haben zwar, wie schon bemerkt,seit einer langen Reihe von Jahren sich geltend gemacht, sind indessenin der letzten Zeit ganz besonders empfunden worden und haben zuder Ausführung vieler mühevoller und kostspieliger Versuche, Papier-stoff aus anderen Materialien zu gewinnen, Veranlassung gegeben. Wenndas erwünschte Ziel auch noch nicht vollständig erreicht, und das inRede stehende wichtige Problem auch noch nicht völlig gelöst ist, soberechtigen doch die bisher gewonnenen Erfolge zu den Hoffnungen,dass andere geeignete Stoffe zur Papierbereitung aufgefunden und diezur Zeit bestehenden grossen Calamitäten vermindert werden.
Zu den Materialien, welche dazu berufen sein dürften, die Hadernzu ersetzen, und aus denen wegen ihres grossen Gehaltes an Zellstoffeine reichliche Ausbeute an Papiermaterial erzielt werden kann, gehörendas Stroh und das Holz. Die zu überwindenden Schwierigkeiten be-ruhen darin, den Faserstoff von den in erheblicher Menge vorhandenenNebenbestandtheilen zu trennen und die nur in reinem Zustande gehöriggeschmeidige Fasermasse zu isoliren.