Dritte Section.
Photographie.
Berichterstatter: Professor Dr. H. W. Vogel in Berlin.
Vergleich mit früheren Ausstellungen. — Der Lichtdruck. — Der Lichtpaus-process. — Die Dyrophotographie. — Der Lichtstein- und Metalldruck. —Die Photographie im Dienste des Unterrichts und der Wissenschaft. —Die Architekturphotographie. — Die Landschaftsphotographie. — Das Por-traitfach. — Das Stereoskopenfach und die photographischen Utensilien.
Die Photographien auf der Wiener Ausstellung waren etwas zahl-reicher als auf der Pariser im Jahre 1867. Dort waren 428, in Wien500 Photographen repräsentirt. Was Deutschland betrifft, so war die Zahlder Ausstellenden fast doppelt so gross wie in Paris, nämlich 100 gegen55; fünfzehn der im Katalog Angeführten waren ausgeblieben. Obwohlverschiedene sehr bedeutende Etablissements fehlten, so genügte dochdas reichlich eingesendete Material, um ein treues Bild der Leistungender deutschen Photographie zu geben. Oesterreich hatte natürlich sehrreichlich ausgestellt, Frankreich dagegen wenig. England war quanti-tativ schwach, die östlichen und nördlichen Staaten Europas genügend,Nordamerika gut vertreten. Im Vergleich mit der Pariser Ausstellungzeigte die Wiener grosse Fortschritte und hat in der Heliographie Pracht-stücke aufzuweisen, sowohl Tiefdrücke als Hochdrucke, brillante Photo-graphien auf Porcellan und Glas, grossartige Reproductionen nachOelgemälden, zahlreiche Proben der neuen so höchst interessantenphotographischen Technik des Lichtdrucks und ausgezeichnete Leistun-gen im Portrait- und Landschaftsfache.
Der Lichtdruck. Ein ganz eigenthümlicher Charakter wurde derWiener Ausstellung durch das Hervortreten des Lichtdruckes, derAlbertypie, verliehen. Im Jahre 1867 befand sich dieses Druckver-fahren noch in dem Stadium der Experimente, erst durch Jos. Albert’s .Initiative wurde es lebensfähig. In Wien fanden sich schon sechs Aus-steller im Lichtdruck aus Deutschland, ausserdem war dieser in derösterreichischen, holländischen, russischen, sogar in der türkischen Ab-