Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
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Das typographische und lithographische Material.

Das Princip ist bei allenEndlosen, wenn auch die Lage derCylinder und die Reihenfolge der Functionen nicht immer gleich sind,dasselbe: Das Papier wird durch den Druck der Walzen von der

Rolle aufgewalzt, passirt einen Feuchtapparat (die Ausnahmen habenwir erwähnt), wird erst auf der einen, dann auf der anderen Seite be-druckt, durch die Schneidewalzen perforirt und durch einen Ruck derLeitbänder vollständig losgetrennt, um dann als Bogen durch einennach zwei Seiten hin arbeitenden Selbstausleger auf den Haufen, wosie hingehören, gelegt zu werden.

Gemeinschaftlich haben auch alle die erwähntenEndlosen dieMängel: dass sie nur für ein Format verwendet werden können; dassvermöge der Construction das Zurieilten auf dem Druckcylinder fastunmöglich ist und dass man, auf Grund des ungenügenden Feuchtensdes Papiers, etwas blass drucken muss. Wir wollen keineswegs be-haupten, dass es nicht möglich werden sollte, die Construction so zuverbessern, dass illustrirte Blätter und Werke mit Erfolg darauf ge-druckt werden können; der Versuch ist in England und Amerika gemacht.Wir möchten jedoch glauben, dass man vorläufig die Ansprüche ansolche Maschinen darauf beschränken sollte, dass sie den Zeitungsdruckbefriedigend besorgen und die für diese nöthige Zeit auf ein Minimumreduciren. Will man Alles von diesen Maschinen verlangen, so läuftman Gefahr, ihnen ihre vortrefflichen Eigenschaften zu nehmen, ohneden beabsichtigten Zweck vollständig zu erreichen. Für die meistenBucharbeiten werden wahrscheinlich kleinere Flachmaschinen, wenig-stens noch auf längere Zeit, den Vorzug behalten.

Mehrere Umstände tragen übrigens dazu bei, befriedigende Lei-stungen auf derEndlosen in Deutschland schwieriger Zu machen,als in England und Amerika. Erstens verwendet man in Deutsch-land ein geringeres und lockereres Papier, welches leichter reisst,sich schlechter druckt und unregelmässiger sich auslegen lässt. Dannvertragen auch die Fracturschriften und namentlich die vielen wech-selnden Auszeichnungsschriften den Mangel an Zurichtung und denetwas blassen Druck weniger, als die compacten, den Kegel fast ganzausfüllenden englisch - amerikanischen Zeitungsantiqua- und die ein-facheren Inseratenschriften. Die Antiqua zeigt sich auch hier denpraktischen Bedürfnissen besser angepasst, als die Fractur.

Ein weiterer Schritt ist übrigens bereits mit der sogenannten Prestonian der Herren W. Bond & J. Förster gemacht worden.Diese Maschine druckt endlos statt von Platten von Schriftformen. DieFormen sind als Segmente auf grosse Cylinder angebracht, deren frei-bleibende Theile als Farbetische dienen, wie auf der alten HoesehenZeitungsmaschine. Der Druck geschieht auf eine etwas ungewöhn-liche Weise, indem drei Exemplare der Schöndrucksform hintereinandergedruckt werden, ehe die Papierrolle auf ihrem Laufe die Wiederdrucks-