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1 (1874)
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698
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Gruppe XII. Graphische Künste.

Anfertigung - der Fortschrittsmedaille und der Medaille für Kunst an-vertraut war, während F. Leis sek die Medaille für den guten Geschmack,Carl Schwenzer aus Stuttgart, der Zeit in Wien, die Verdienst-und die Mitarbeitermedaille zu liefern hatte. Ferner hatten A. Scharffund Prof. K. Radnitzki ausgestellt, letzterer seine grosse Prinz-Eugen-Medaille. Als bezeichnend für die Medailleure Wiens ist zu erwähnen,dass sie fast alle aus der Tiefe arbeiten; nur selten werden die Stempelerhaben in Stahl geschnitten, während man sonst hauptsächlich nachModellen arbeitet und die Gravirung unter Beihülfe der Reductions-nnd der Bohrmaschine hefsteilt. In der Stanzengravirung zeichnetesich A. Kleeberg aus. A. Beer liefert Medaillen für Wallfahrtsorte,Crucifixe etc., die in Tausenden von Dutzenden nach Jerusalem gehen.Die Arbeiten von Strobl, besonders im Porträtfach, sind sehr beach-tenswerth. Die Prägarbeiten J. Christlbauers waren vorzüglich; erzeigte durch seine Ausstellung alle Stadien der Hilfsarbeiten für denMedailleur und Stanzengraveur. W. Pittners Präganstalt war inder Maschinenhalle repräsentirt.

Das Siegeln mittelst gravirter Stempel hört mehr und mehr auf.Die Siegelstecherei ist deshalb eine Kunst, die in Abnahme begriffen,denn die kleineren Stempel mit Monogrammen, Devisen und dergleichen,auch die auf Visitenkarten geprägten Wappen können nicht füglichauf den Namen Kunstwerke Anspruch machen. Eine ziemlich starkeBeschäftigung gewährt die Anfertigung der selbstfärbenden Stempelund Numerateure, sowie Arbeiten für den Billetdruck für Eisenbahnen,welche Fabrikation in Wien namentlich in den Händen der FirmaRadnitzki & Schönwetter ruht, die ganz Vorzügliches liefert. Trotzder erwähnten Hemmnisse hatten viele der Wiener Graveure doch Be-achtenswerthes geliefert, unter diesen namentlich J. Kleinert, wäh-rend mehrere der tüchtigsten Künstler in dieser Richtung sich nichtbei der Ausstellung betheiligt hatten.

In der Flachgravirung zeigte K. Linzbauer vorzüglich hübsche,ge-triebene Albumplatten, sowie eine landschaftliche Darstellung auf einerverschiedenfarbig plattirten Goldplatte, welche allgemeine Anerkennungfand. Durch diese Methode Wei'den die schönsten Farbeneffecte'erzielt.KarlHelmer hatte ein Album, mit plastischen Verzierungen aus Metallgeschnitten und gravirt, ausgestellt, das sehr befriedigte. Platten fürBuchbinderarbeit lieferten J. Aichberger, F. Kurth und Hans Denk,doch konnte sich diese Art von Arbeit nicht mit den ErzeugnissenLeipzigs messen. In der Gravirung von Schablonen zeigte J.LuzanskiFortschritte. Die Emaillirkunst ist in den letzten Jahren sehr vorwärtsgegangen, namentlich in Bezug auf die Behandlung des Emails aufunedlem Metall und" ist in erster Reihe als Emailleur Jos. Chadt zunennen. Schöne Arbeiten hatte auch J. Roschmann geliefert, die mder Ausstellung des Ilofbuchdrückers Leop. Groner zu sehen waren.