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1 (1874)
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Gruppe XII. Graphische Künste.

wenn es einer Verbesserung gilt, war der Erste, der den Dampf unddie Schleifmaschine verwendete. Er führte auch zuerst die Johnson-Atkinsonsche Maschine in Deutschland ein. Als ein weiterer Fort-schritt ist die Herstellung von Stahlmatern durch hydraulischen Druckzu nennen, welche an Dauerhaftigkeit die Kupfermatern um das Zehn-fache übersteigen und die vollendetste Schärfe und Genauigkeit beimGiessen der Schrift gewähren. Durch einen Raffinir- und Hochofenkönnen auf einmal 15 000 Pfund Schriftmetall zur Legirung kommen,welche selbstverständlich bei solcher Massenbereitung rationellen be-trieben werden kann, als im Kleinen. Die Flinschsche Hartmassegilt als vortrefflich. Das Geschäft, welches Filialen in St. Petersburgund Brüssel hat, besitzt über 68 000 Stempel und 132 000 Matern undverbraucht- jährlich an Materialien incl. Kohlen für gegen 80 000 Tlilr.Seit der Pariser Ausstellung wurden geliefert: 33 Grade Brotschriften,116 Grade Titelschriften, 10 Zierschriften, 7 Schreibschriften, 4 Garni-turen Einfassungen und gegen 6000 Stempel russischer Schriften. Diemächtigen Bände von mattiarbigen Cartonblättern, auf welche die Proben,mit Silberstreifen umgeben, aufgeklebt waren, eigneten sich wohl dazu,einem Jeden Respect vor der Firma einzuflössen, von deren Thätigkeitund Tüchtigkeit die Sammlung beredtes Zeugniss ablegt. Zu rühmenbleibt noch das gute Verhältniss, welches in diesem Geschäft zwischenArbeitgeber und Arbeiter fortwährend besteht, sowie die Fürsorge desErsteren für die Letzteren.

Eine wenn auch nicht so umfangreiche, so doch hochgeachtete undsehr thätige Firma ist Willi. Gronau (früher Ed. Hänel, gegr. 1830)in Berlin. Das Geschäft arbeitet mit einem Personal von 167 Köpfenund vereinigt in sich fast alle Branchen der graphischen Künste, wennauch die Schriftgiesserei das Hauptgeschäft bleibt, in welchem Neueszu bringen Gronau nie ermüdet, so dass sein ausgelegtes Probebuchschon während der Ausstellung ansehnlich gewachsen sein wird. Halbals Buchdrucker, halb als Schriftgiesser zeigte Gronau die höchstschwierige lexicalische Arbeit von Toussaint-Langenscheidt, zuwelcher er die Schriften, Zeichen, Satz und Platten geliefert hat.

Ein junges strebsames Geschäft, unermüdlich in der Lieferung vonTitel- und Zierschriften, ist Wilh. Wöllmer in Berlin. Dass untervielen solchen Erzeugnissen, die namentlich den Zwecken des annonci-renden Publicums zu dienen bestimmt sind, auch einige sich befindenmüssen, die vom Standpunkte der Aesthetik nicht die Kritik aushalten,ist leicht begreiflich. Die Zweckmässigkeit bleibt neben der Schönheit' und manchmal vor dieser von entscheidender Wichtigkeit.

Die Schriftgiessereien aus Deutschland, die noch ausgestellt hatten,sind zugleich und hauptsächlich Buchdrnckereien und schon obenerwähnt.